Für Maradona beginnt Quali-Ernst

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Deutsche Presse-Agentur

Neue Herausforderung für die „Hand Gottes“: Am elften Spieltag des südamerikanischen Qualifikationsturniers zur Fußball-WM 2010 in Südafrika muss Diego Armando Maradona als frischgebackener Nationaltrainer Argentiniens erstmals um Punkte und vor eigenem Publikum antreten.

In Freundschaftsspielen gab es für „Dieguito“ Siege in Schottland und Frankreich. Vor dem wichtigen Duell gegen Venezuela gibt er sich gelassen: „Die Spieler sollen auf dem Platz einfach Spaß haben“, lautet seine Marschroute.

Maradona muss bei seiner Heimpremiere auf Spielmacher Juan Roman Riquelme verzichten, der nach Kritik des Trainers beleidigt seinen Rücktritt aus dem Nationalteam bekanntgegeben hatte. Da nur ein Sieg zählt, wird Maradona wohl mit drei Spitzen spielen lassen und dabei die „Wunderzwerge“, Lionel Messi, Carlitos Tevez und Sergio Aguero einsetzen. An Zuversicht mangelt es dem Coach nicht. Das Monumental- Stadion in Buenos Aires solle am Sonntag eine Freuden-„Explosion“ der Fans erleben, sagte er. „Venezuela ist in den vergangenen Jahren stärker geworden, muss aber unsere Tradition spüren.“

Mit nur 16 Punkten aus zehn Begegnungen belegen die „Gauchos“ zusammen mit Chile den dritten Tabellenplatz hinter Tabellenführer Paraguay (23) und Erzrivale Brasilien (17). Die Paraguayer treten in Montevideo ohne den angeschlagenen Ex-Bayern-Profi Roque Santa Cruz gegen Uruguay (13) an, während die „Seleção“ in Ecuador (12) endlich das gefürchtete „Höhengespenst“ von Quito in die Knie zwingen will. In 2800 Metern Höhe schaffte der Rekordweltmeister in drei Qualifikationsspielen seit 1993 als bestes Ergebnis ein 0:0.

AC-Mailand-Star Kaká, dessen Einsatz wegen Schmerzen am linken Fuß noch fraglich ist, beteuert freilich: „Brasilien hat vor keinem Gegner Angst, wir können in Quito gewinnen.“ Ecuador habe allerdings ein gutes Team, das aus der Höhenlage Vorteile zu ziehen wisse. Teamkollege Ronaldinho stimmt Kaká bei: „Nicht nur Brasilien hat Schwierigkeiten in Quito.“ Angst habe man aber nicht. Platz eins in der Qualifikation sei nicht wichtig, versichern derweil fast alle Spieler von Coach Carlos Dunga. „2002 hatten wir ein sehr schlechtes Qualifikationsturnier hinter uns und wurden dann doch Weltmeister. 2006 war es dann umgekehrt“, erinnert sich Gilberto Silva.

Am elften Spieltag treffen außerdem in Bogotá Kolumbien (11) und Bolivien (9) aufeinander. Am Sonntag steigt in Lima das Pazifik-Derby zwischen Schlusslicht Peru (7) und Chile (16). Am Dienstag und Mittwoch geht in Südamerika der 12. von insgesamt 18 Spieltagen über die Bühne. Die vier Ersten qualifizieren sich direkt für die WM- Endrunde, der Fünftplatzierte bekommt eine weitere Chance in einem Relegationsspiel.

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