Für das DHB-Team hat die Zukunft begonnen

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Deutsche Presse-Agentur

Die Zukunft für die deutschen Handballer hat begonnen, die Nobodies machen sich einen Namen. Der eigentlich als Perspektiv-Team im Umbruch befindliche Titelverteidiger hat bei der WM in Kroatien durch ungeahnte Stärke und vor allem Handball mit Herz überzeugt.

Nur fünf Monate nach der olympischen Enttäuschung von Peking mit dem Vorrunden-Aus hat die stark verjüngte Auswahl selbst den kritischen Bundestrainer überrascht. „Es sind viele Nobodies dabei. Es wächst gerade alles zusammen. Es entwickelt sich gerade eine Hierarchie. Das ist eine sehr schnell gelaufene Entwicklung die wir jetzt auf dem Spielfeld sehen. Die Leute, die jetzt da sind, können vom Alter her theoretisch auch bis 2012 zusammenspielen“, erklärte Heiner Brand.

Der Neuaufbau der Nationalmannschaft mit Blick auf die Olympischen Spiele in London hat sich bereits in Kroatien zur Erfolgsgeschichte entwickelt. „Wir haben eine homogene Mannschaft“, urteilte Kapitän Michael Kraus. Selbst beim Krimi gegen Serbien zum Hauptrunden-Auftakt brach nach einem Sechs-Tore-Rückstand keine Panik auf dem Parkett aus. Lohn für die kämpferische Glanzleistung war ein 35:35. „Das Beste an dem Spiel waren die Leidenschaft der Spieler und der Punkt“, resümierte der Bundestrainer, „der Teamgeist war wieder präsent, nur die handballerischen Leistungen haben nicht hingehauen.“

„Nach den Olympischen Spielen ist das Team konsequent verjüngt worden, wodurch eine neue Hierarchie entstanden ist, und sich neue Führungsspieler herausgebildet haben. Und das bekommt der Mannschaft sichtlich gut“, befand Horst Bredemeier, Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB). Kapitän Kraus ist ebenso erst 25 Jahre alt wie Rückraumspieler Holger Glandorf, ihre Vertreter Martin Strobel (22) und Michael Müller (24) sogar noch jünger. Dadurch ist neue Frische ins Team gekommen. „Wir haben jetzt jüngere Spieler dabei, die teilweise das erste Mal bei einer WM spielen. Das ist etwas besonderes für die. Dass da vielleicht auch nach außen mehr Begeisterung da ist, das ist ganz klar“, meinte Brand.

Begeisterung und Leidenschaft sind die Schlüsselwörter in der „neuen“ Auswahl. „Wir sind positiv ins Turnier reingegangen und haben eine positive Entwicklung genommen. Das sieht man an der Begeisterung, die dort herrscht: Wie die Leute, die nicht spielen, den anderen helfen und jeder mit dem Herzen dabei ist“, sagte der Gummersbacher, der wieder einmal ein gutes Gespür bei der Zusammenstellung der Mannschaft bewiesen hat. „Die jungen Spieler zeichnet Begeisterungsfähigkeit aus und die Freude, bei der WM dabei zu sein“, erläuterte Brand, der für eine intakte Mannschaft sogar einen weniger Guten dem Besseren bei der Nominierung vorziehen würde. „Es war bisher noch nicht nötig. Aber im Ernstfall würde ich so entscheiden. Das muss zusammenpassen im Mannschaftssport.“

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