Ex-Towerstars-Spieler Hauner: „Ravensburg ist keine Übermannschaft“

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 Trotz Tabellenplatz sechs glaubt Norman Hauner (links) an eine gute Rolle der Bietigheim Steelers in den Play-offs.
Trotz Tabellenplatz sechs glaubt Norman Hauner (links) an eine gute Rolle der Bietigheim Steelers in den Play-offs. (Foto: Imago)
Sportredakteur

Die Ravensburg Towerstars grüßen seit Monaten von der Tabellenspitze der DEL 2 – in der vergangenen Saison hatte diese Position über weite Strecken der Hauptrunde der spätere Meister Bietigheim Steelers inne. In der aktuellen Spielzeit läuft es für die Nordwürttemberger dagegen längst nicht so gut. Nachdem Trainer Kevin Gaudet aus finanziellen Gründen gehen musste und durch Hugo Boisvert, bis dahin Co-Trainer der Kassel Huskies, ersetzt wurde, haben die Steelers ihre Dominanz eingebüßt. Das Selbstvertrauen eines Titelträgers ist allerdings noch da, wie Stürmer Norman Hauner, der 2016/17 eine halbe Saison lang in Ravensburg spielte, vor dem Duell der beiden Mannschaften am Freitag (20 Uhr) im Gespräch mit Michael Panzram verdeutlicht.

Zum zweiten Mal in dieser Saison fahren Sie am Freitag nach Ravensburg. Mit welchen Erinnerungen an Ihr halbes Jahr bei den Towerstars kommen Sie persönlich nach Oberschwaben?

Hauner: Es ist immer etwas ganz Besonders, zu einer Ex-Mannschaft zu kommen. In der Saison, als ich in Ravensburg gespielt habe, ist Toni Krinner gestorben (der damalige Trainer erlag einer Krebserkrankung, Anm. d. Red.). Das war eine ganz schwierige Situation für alle. Sportlich lief auch gar nichts zusammen. Umso mehr freut es mich, dass es inzwischen besser läuft. Ich denke, in Ravensburg ist gerade jeder zufrieden.

Das heißt, Sie beobachten die Towerstars immer noch besonders, auch wenn das bei einem direkten Konkurrenten in der Liga sowieso selbstverständlich ist?

Wenn man Spieler bei den Steelers ist, orientiert man sich an den Besten. Im Moment sind das die Towerstars. Eine Überraschung war das aber nicht – bei den Spielern, die nach Ravensburg gewechselt sind.

Die Steelers als amtierender DEL2-Meister liegen aktuell nur auf Platz sechs in der Tabelle. Was klappt in dieser Saison nicht so gut?

Wir sind zu wenig konstant. Wir haben zwar gute Gegner geschlagen, aber auch schon gegen alle Mannschaften verloren, die unten in der Tabelle stehen. Wir haben einen neuen Trainer und einen neuen Fitnesstrainer – somit hat sich etwas im Umfeld verändert. Dazu sind die Rollen in der Mannschaft ein bisschen anders verteilt. Das muss sich entwickeln. Für uns ist es aber jetzt höchste Eisenbahn, dass wir unser erklärtes Ziel, Platz vier, noch erreichen. Wir haben noch alle Chancen. Und vor allem: In den Play-offs geht alles wieder bei null los.

Für Sie pesönlich läuft es in dieser Saison mit bisher 17 Toren und 21 Assists ganz gut. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Entwicklung bei den Steelers?

Ich fühle mich hier wohl in Bietigheim. Die Trainer vertrauen mir. Da lässt es sich immer einfacher spielen. Die Stimmung wird aber halt nicht nur Tore besser, sondern durch Siege. Deshalb müssen wir schleunigst schauen, dass wir viele Punkte holen. Gegen Heilbronn letzte Woche haben wir 40 Minuten fast nicht teilgenommen, in den restlichen 20 haben wir das Spiel fast noch gewonnen. Wenn wir 60 Minuten konstant spielen, sind wir schwer zu schlagen. Da müssen wir wieder hinkommen.

Beim ersten Auftritt in Ravensburg haben die Steelers zwar fünf Tore erzielt, aber auch acht kassiert – was muss am Freitag besser werden, damit es für einen Sieg in Oberschwaben reicht?

Wir wissen, dass wir mit unserer Mannschaft jeden schlagen können. An Selbstvertrauen mangelt es uns nicht. Wir werden klar auf Sieg spielen. Wir müssen gewinnen. Denn so langsam geht es auf die Play-offs zu.

Wie wollen Sie die Towerstars, bei denen die Reihen sich wieder füllen, schlagen?

Sie haben zuletzt auch ein paar Punkte liegen lassen. Gerade in Bietigheim haben wir gesehen, dass wir sie knacken können. Das Spiel hätten wir gewinnen müssen, haben es dann aber hergeschenkt (4:5 nach Penaltyschießen, Anm. d. Red.). Auch in Ravensburg sind wir am Ende nochmal gut aufgekommen. Ravensburg ist keine Übermannschaft. Die spielen auch nur Eishockey. Wenn wir uns an unser System halten und das konsequent durchziehen, stehen die Chancen ganz gut, dass wir Punkte mitnehmen.

Und die Steelers darf man sowieso nie ganz abschreiben, auch wenn sie auf Platz sechs sind, oder?

Das kann jeder machen. Wir tun’s nicht. Uns soll es egal sein, was die anderen denken. Auf die Play-offs gesehen: Vier Mal muss uns erst mal eine Mannschaft schlagen. Wir müssen jetzt zusehen, dass wir eine super Ausgangsposition bekommen. Ob wir die Punkte gegen Bayreuth oder Ravensburg holen, ist letztendlich egal.

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