ESV Kaufbeuren verlangt dem Hauptrundenersten alles ab

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Eine Demonstration der Stärke: Das letzte Aufeinandertreffen in dieser Saison zwischen Kaufbeuren (rechts Sebastian Osterloh) u
Eine Demonstration der Stärke: Das letzte Aufeinandertreffen in dieser Saison zwischen Kaufbeuren (rechts Sebastian Osterloh) und Ravensburg (links Jakub Svoboda) entschied der ESV mit 4:0 für sich. (Foto: Harald Langer)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur

Andreas Brockmann hatte das Bedürfnis, ein Bier zu trinken. Vielleicht auch zwei. Um eine großartige Saison sacken zu lassen, die am Sonntagabend für den ESV Kaufbeuren mit einer 1:3-Niederlage gegen den SC Riessersee im Play-off-Halbfinale zu Ende gegangen war – nach großem Kampf, vor ausverkaufter Kulisse, hoch erhobenen Hauptes.

„Ich kann meiner Mannschaft einfach nur ein Kompliment machen. Sie hat ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht“, sagte Brockmann exemplarisch für so viele Auftritte. Diese Spielzeit hatte aus Kaufbeurer Sicht wirklich alles geboten. Und das in einem neuen Schmuckkästchen: Die 3100 Zuschauer fassende Eishockeyhalle glich in den ganz wichtigen Momenten einem Hexenkessel und hatte das Potenzial, gegnerische Mannschaften zu lähmen. „Die Stimmung hier ist unglaublich“, freute sich Brockmann. Das bekamen nicht nur die Ravensburg Towerstars zu spüren, die kurz vor Ende der Hauptrunde beim Rivalen mit 0:4 untergingen.

An diesem Abend blieb ESVK-Goalie Stefan Vajs längst nicht zum ersten Mal ohne Gegentor. Insgesamt elf Mal schaffte er einen Shutout, was ihm völlig zurecht den Titel des besten DEL-2-Goalies einbrachte. Besonders bemerkenswert: Zwei gegentorlose Abende hatte Vajs gegen Bad Nauheim im Play-off-Viertelfinale, einen im Halbfinale gegen Riessersee. Doch es lag längst nicht nur an Vajs, dass Riessersees Coach Toni Söderholm die Kaufbeurer als „extrem unangenehm“ bezeichnete. Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung des Hauptrundenvierten, die dem leicht favorisierten Hauptrundenersten alles abverlangte.

Zwischenzeitlich sah es sogar danach aus, dass Kaufbeuren die große Überraschung schaffen und das Finale erreichen würde. 2:1 Siege lagen sie bereits in Führung, hatten dann die Chance auf das 3:2 – wenige Sekunden vor der Schlusssirene in Spiel fünf traf Riessersee zum Ausgleich und später in der Overtime.

Brockmanns Zukunft noch ungeklärt

So hatte der SC Riessersee am Sonntagabend in Kaufbeuren Matchpuck. Noch einmal stemmte sich der ESVK mit aller Macht gegen das Aus, ging durch Joseph Lewis sogar in Führung. Dann aber schlugen die vom Erstligisten EHC Red Bull München immer wieder bestens mit Spielern versorgten Garmisch-Partenkirchener eiskalt zu. Der Lohn ist die am Freitag beginnende Finalserie gegen die Bietigheim Steelers, die den Vorjahresmeister Löwen Frankfurt bezwangen.

Andreas Brockmann wird sich die Endspiele nicht mehr von der Bande ansehen können. Sein Weg mit dem ESV Kaufbeuren endete am Sonntagabend mit einer kleinen Enttäuschung, auch wenn die Saison eine war, an die sich viele noch lange gerne erinnern werden. Nach vorne blicken wollte Brockmann, dessen Zukunft noch nicht geklärt ist, unmittelbar nach dem Play-off-Aus noch nicht. Ihm war zunächst nach einem Bier. Oder zwei.

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