Erstes WM-Rennen, erste Medaille für Peiffer

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Schwäbische Zeitung

Pyeongchang (dpa) - Urkunden wurden falsch geschrieben, auch Dokumente hat der „Herr Pfeiffer ohne f“ schon zurückschicken müssen. „Solange ich denken kann, ist mein Name falsch geschrieben worden. Doch durch den Sport ist das schon viel besser geworden“, sagt Arnd Peiffer.

Spätestens mit seinem couragierten Lauf beim Gewinn der Bronze-Medaille durch die deutsche Mixedstaffel in Pyeongchang hat sich der junge WM-Debütant aus Niedersachsen einen Platz in den Herzen der deutschen Biathlon-Fans erobert. „Ich muss mich ab und zu kneifen“, sagte der Modell-Athlet aus dem Harz. Gleich bei seinem ersten WM-Rennen in Südkorea gewann er Edelmetall.

„Vielleicht kann man den Arnd ein bisschen herausheben. Er hat sehr souverän am Schießstand und an der Strecke gearbeitet“, lobte Damen-Bundestrainer Uwe Müssiggang den kecken WM-Neuling. „Ich war überzeugt, dass er einen guten Wettkampf macht, dass er aber noch so einen draufpackt, das hat auch mich überrascht“, sagte Herren- Bundestrainer Frank Ullrich. Nun winkt dem 21 Jahre alten Peiffer sogar ein Einsatz in der Männer-Staffel am Sonntag. „Er hat eine sehr gute Grundlage gelegt“, meinte Ullrich, wollte sich aber noch nicht endgültig festlegen.

Angespannt war Peiffer vor seiner Premiere auf der großen Biathlon-Bühne. Doch der zweimalige Bronzemedaillengewinner der vorjährigen Junioren-Weltmeisterschaften zeigte unter Flutlicht im Alpensia Biathlon Center keine Nerven. „Ich wirke vielleicht ganz locker, aber innen drin ist schon eine ziemliche Anspannung“, gab der Polizeimeister-Anwärter zu. Als er nach zwei Fehlschüssen und einer Vollgas-Runde, es war die drittschnellste im gesamten Feld, Schlussläufer Michael Greis abklatschte, sei ihm „ein Riesenstein vom Herzen gefallen“.

Seinen Aufstieg in die Biathlon-Elite verdankt der eigentlich für den Europacup vorgesehene Peiffer einem Zusammenstoß beim Fußballspielen. Kurz vor dem Jahreswechsel war er mit seinem ein Jahr älteren Kumpel Christoph Stephan zusammengekracht. Dieser brach sich das Nasenbein und musste auf den Einsatz beim Heim-Weltcup in Oberhof verzichten - Peiffer nutzte seine Chance. Und genau wie der WM-Zweite Stephan hat nun auch er eine Medaille: Groß gefeiert wurde trotzdem nicht. „Ich bin kaputt und hau mich einfach ins Bett.“

Vor einem Jahr war Peiffer aus Clausthal-Zellerfeld nach Oberhof gewechselt, um in einer guten Gruppe zu trainieren. Mark Kirchner ist sein Trainer. Der dreimalige Olympiasieger glaubt: „Arnd kann ein kompletter Biathlet werden.“ Für Alfons Hörmann, den Präsidenten des Deutschen Skiverbandes ist Peiffer ein Musterbeispiel für die funktionierende Nachwuchsförderung im DSV.

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