Erstes WM-Duell der Freundinnen Riesch und Vonn

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Deutsche Presse-Agentur

Machen die Ski-Freundinnen Maria Riesch und Lindsey Vonn den ersten Titel unter sich aus - oder ist am Ende WM- Expertin Anja Pärson die lachenden Dritte?

Mit dem Super-G der Damen beginnen die Entscheidungen bei den 40. alpinen Weltmeisterschaften, bei denen es vor allem für die drei Vielfahrerinnen bis zum WM-Ende am 15. Februar Schlag auf Schlag geht. „Da ich in allen Disziplinen starte, habe ich mehrere Chancen, mir meinen Traum vom Edelmetall zu verwirklichen. Die Farbe der Medaille ist mir egal“, sagte die 24-jährige Maria Riesch, die bei ihrer dritten WM erstmals Medaillen-Kandidatin ist.

2003 durfte sie erstmals Weltmeisterschafts-Luft schnuppern, bei der WM 2005 und Olympia 2006 fehlte sie verletzt. Die Titelkämpfe in Are kamen ein bisschen zu früh für die zehnmalige Weltcupsiegerin, die in der ersten Entscheidung nur Außenseiter auf Edelmetall ist. „Am größten sind die Chancen in der Kombi und im Slalom. Aber auch in Abfahrt und Super-G kann alles passieren“, sagte die viermalige Slalom-Saisonsiegerin und Titelverteidigerin im Super-G-Weltcup. Neben Riesch werden in Val d'Isère, wo bereits die Marseillaise über die Piste schallte, Viktoria Rebensburg (Kreuth) und Gina Stechert (Oberstdorf) an den Start gehen.

Acht Jahre liegt die letzte Einzelmedaille der deutschen Alpinen zurück, damals gab es auch das letzte Edelmetall im Super-G durch Hilde Gerg mit Bronze. Den letzten WM-Titel im Superriesenslalom holte 1993 im japanischen Morioka Katja Seizinger. Im Vorjahr gewann Riesch die kleine Kristallkugel im Super-G, im WM-Winter rangiert sie nur auf Platz 19 des von der Italienerin Nadia Fanchini angeführten Klassements. „Es ist nicht einfach, das zu erklären. Nach meiner Beobachtung ist sie ein wenig übermotiviert. Das rote Leibchen für die Weltbeste will niemand wieder hergeben“, sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier und vermisste eine Spur Lockerheit. Diese sollte durch Platz fünf am Sonntag beim Heim-Rennen - nur 8/100 Sekunden hinter dem Podest - zurückgekommen sein.

Im April nahmen die Ski-Damen die Piste auf dem Solaise unter die Lupe. „Die Speedstrecke ist nicht unbedingt nach meinem Geschmack“, meinte Riesch, die für die Eröffnungsfeier zur deutschen Fahnenträgerin erkoren worden war. Auch Vonn sprach von anspruchsvollen Strecken, auf denen sie im Super-G „nicht großer Favorit“ ist. „Ich war in Are zweimal Zweite und hoffe, ich kann mich verbessern“, sagte die 24 Jahre alte Amerikanerin.

Und die schwedische Titelverteidigerin Pärson lauert schon auf ihre Chance. „Alle konzentrieren sich auf Maria und Lindsey. Während die beiden noch Interviews und Autogramme geben müssen, kann ich mich besser vorbereiten“, sagte Pärson, die auch mit ihrem achten WM-Gold noch klar von der zwölfmaligen deutschen Rekord-Weltmeisterin Christl Cranz entfernt wäre.

Spät in der Nacht zuvor waren Riesch und ihre Teamkollegen nach dem Super-G von Garmisch-Partenkirchen, bei dem die 19-jährige Viktoria Rebensburg mit Rang zehn aufhorchen ließ, im tief verschneiten Val d'Isère angekommen. Am Morgen durften alle ein bisschen länger in den WM-Betten schlummern, dann wurden die Strapazen des Vortages aus den Beinen geradelt oder ein paar Besorgungen für die Alpen-Stil-Zimmer im Mannschaftshotel gemacht. Im windigen Wintersportörtchen standen am Vormittag noch die Lifte still. Gemessen an der Wettervorhersage für Dienstag soll das Rennen aber nicht gefährdet sein.

Nicht nur die Athleten kamen tröpfchenweise im nach Olympiasieger Jean-Claude Killy benannten Skigebiet an. Auch die Journalisten aus aller Welt: Knapp 700 berichten von den Titelkämpfen, bei denen die Herren am Mittwoch den Super-G austragen sollen, insgesamt sind 1500 Medienschaffende akkreditiert.

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