Erster Saisonsieg für Björndalen - Rösch wird 7.

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Einen Tag nach dem Doppelerfolg der deutschen Biathletinnen verfehlten die deutschen Skijäger das Siegertreppchen.

Beim 83. Weltcupsieg des wie entfesselt durch die Ruhpoldinger Loipen stürmenden und makellos schießenden Norwegers Ole Einar Björndalen war Michael Rösch mit einer Strafrunde als Siebter bestplatzierter der deutschen Starter. Zwei Plätze hinter dem Altenberger landete Andreas Birnbacher (Schleching), der als einziger Deutscher alle zehn Scheiben traf. Zweiter in dem zehn Kilometer langen Sprintrennen wurde überraschend mit 33,4 Sekunden Rückstand der 20 Jahre alte Österreicher Dominik Landertinger. Platz drei ging an den neuen Weltcup-Spitzenreiter Emil Hegle Svendsen (Norwegen/+35,3).

Perfektionist Ole Einar Björndalen setzte vor 18 200 Zuschauern mit der frühen Startnummer vier und fehlerfreiem Schießen die Konkurrenz unter Druck. Im Ziel stellte der Rekord-Weltcupgewinner zufrieden fest: „Ich hatte lange nicht ein so gutes Rennen. Die Form kommt zurück. Das harte Training über Weihnachten zahlt sich aus.“ An den Festtagen habe er im Südtiroler Toblach und seiner Wahlheimat in Obertilliach (Österreich) nur hart trainiert und geschlafen.

Michael Rösch war erstaunt über den siebten Platz. „Ich habe mich heute gefühlt wie ein ausgedrückter Pickel“, sagte er. Erst beim Blick auf die Anzeigetafel im Ziel habe er das gute Ergebnis realisiert. „Wenn ich jetzt auf die Liste schaue, ist der eine Schießfehler doppelt ärgerlich. Zu Rang vier fehlen gerade mal eineinhalb Sekunden. Ohne die Strafrunde hätte ich sogar aufs Podest laufen können“, stellte er fest.

„Ich bewege mich derzeit auf wirklich hohem Niveau.“ Der mit Kopfschmerzen gestartete Andreas Birnbacher klagte über schwere Beine. „Doch angesichts der Tatsache, dass ich gestern noch nicht hätte laufen können, war das schon okay. Mir fehlen nur noch zwei Prozent zur Bestform“, meinte der Lokalmatador.

Die Erwartungen erfüllen konnte von den restlichen Skijäger des Deutschen Ski-Verbandes nur noch der junge Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) im zweiten Weltcup-Einzelrennen seiner Laufbahn auf Position 30. Zwar liefen Christoph Stephan (Oberhof) als 37. und der dreimalige Olympiasieger Michael Greis (Nesselwang) auf Rang 40 noch in die Punkte, doch müssen sie zum Verfolgungsrennen bereits mit rund zwei Minuten Rückstand starten. Noch weiter hinten landeten Toni Lang (Hauzenberg/49.) und Alexander Wolf (Oberhof/50.).

„Ich habe versucht, das Beste rauszuholen, doch nach dem ganzen Problemen mit meinem Knie war die Psyche am Schießstand nicht so stabil“, begründete Greis seine drei Fehler. „Positiv ist: Das Knie hat nur am Anfang etwas gemuckert“, sagte er und kündigte eine Aufholjagd am Sonntag an.

Nicht unzufrieden zeigte sich trotzdem Bundestrainer Frank Ullrich. „Der 'Ebs' Rösch und 'Andi' Birnbacher haben wieder richtig gute Ergebnisse eingefahren. Auch Arnd Peiffer hat sich gut verkauft, zumal nach der Hälfte der Konkurrenz der Schnee langsamer wurde. Da war mit seiner hohen Startnummer nicht mehr drin. Doch insgesamt fehlt uns derzeit etwas die Frische am Schießstand. Der Stress der Heimrennen macht sich langsam bemerkbar“, sagte Ullrich.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen