Entspannung im DEB-Team nach NHL-Playoff-Aus von Grubauer

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Testspiel
Hinter den Spielern auf der Bank verfolgt Bundestrainer Toni Söderholm das Testspiel gegen WM-Mitfavorit USA. (Foto: Uwe Anspach / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Carsten Lappe

Die vermeintliche Rettung ist nah. Nach dem ersten Training in Kosice vor dem Start der Eishockey-Weltmeisterschaft wirkte Bundestrainer Toni Söderholm schon deutlich entspannter als noch zuvor nach der 2:5-Testspiel-Klatsche gegen die USA.

Ein Grund dafür war das Playoff-Aus von Torhüter Philipp Grubauer in der NHL. „Sportdirektor Stefan Schaidnagel nimmt Kontakt mit ihm auf und dann schauen wir, wie es ihm geht“, sagte Söderholm fröhlich. Dass der Stanley-Cup-Sieger des Vorjahres zur WM in die Slowakei nachreist, gilt als wahrscheinlich und soll am 10. Mai endgültig feststehen.

Auch bei den Spielern war nach der ersten Nacht in Kosice eine der ersten Maßnahmen, auf dem Smartphone zu checken, wie Grubauers Colorado Avalanche in San Jose gespielt hatte. Das 2:3 Colorados wurde wohlwollend aufgenommen. „Zu allererst tut es mir leid für Grubi, weil er eine unglaubliche Saison gespielt hat und ganz starke Playoffs“, sagte Kapitän Moritz Müller zwar, fügte aber hinzu: „Zweiter Gedanke war: Das könnte ja ganz gut für uns sein.“

Söderholm ist mit reichlich Sorgen zu seinem ersten WM-Turnier als Bundestrainer gereist. Zwar hat der 41 Jahre alte Finne im Angriff um NHL-Ausnahmekönner Leon Draisaitl ausreichend Qualität. Der Offensivgedanke im verjüngten Team des Olympiazweiten geht indes zu Lasten der oft unsicher wirkenden Abwehr. „Fünf Spieler müssen in der Defensive zusammenarbeiten. Die Fehler, die wir gemacht haben, hängen mit der Gesamtstruktur zusammen“, monierte Söderholm im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Davon, dass seine Kader-Nominierung gerade auf der Torhüter-Position ziemlich riskant war, wollte der Nachfolger von Marco Sturm nichts wissen. „Ich verstehe nicht, warum man das als riskante Situation bezeichnet wird, wenn wir zwei der besten Torhüter in Deutschland dabei haben“, sagte Söderholm, der auf die routinierten Dennis Endras von Meister Mannheim und Danny aus den Birken vom Vize-Champion München verzichtet hatte. Allerdings bekannte Söderholm, bei der Berufung der beiden international nicht allzu erfahrenen Mathias Niederberger (Düsseldorf) und Niklas Treutle (Nürnberg) auf die WM-Teilnahme mindestens eines NHL-Goalies spekuliert zu haben.

Nach der verletzungsbedingten Absage von Thomas Greiss von den New York Islanders bekommt er den nun wohl auch in Grubauer. Söderholm scheint überzeugt davon, dass Grubauer die ärgsten Probleme in der Defensive in den Spielen in der kommenden Woche kaschieren kann. Für die Auftaktspiele am Samstag gegen Außenseiter Großbritannien und am Sonntag gegen Dänemark (beide 16.15 Uhr/Sport1 und DAZN) wird Grubauer in jedem Fall aber noch nicht spielen können. „Er würde eine Mannschaft noch besser machen“, sagte Söderholm zur Verbesserung durch Grubauer, der die Riege der Weltklasse-Spieler bei diesem Turnier in seinen Augen noch verstärken würde: „Auf alle Fälle. Der hat so gut gespielt in den letzten Monaten. Er ist einfach sehr stark.“

Auch die Spieler sind voller Vorfreude und ließen durchblicken, sich mit dem Rosenheimer im Tor noch sicherer zu fühlen. „Wenn so ein Torhüter zur Mannschaft stößt, dann ist das immer eine Bereicherung, die man sehr dankend annimmt“, befand Müller. Und Draisaitl sagte zur Aussicht auf einen weiteren Spieler von Weltformat neben ihm selbst zur dpa: „Das wäre schon überragend für uns.“

Noch ohne Grubauer arbeitete das Team zwei Tage vor dem ersten Spiel vor allem am Kollektiv. „Wir haben weggearbeitet, was im Spiel gegen die USA nicht gut gelaufen ist. Die Spieler hatten schon Fragezeichen in den Augen“, berichtete Söderholm, konnte sein Team nach eigener Darstellung aber beruhigen: „Das Gefühl in der Mannschaft ist jetzt ziemlich locker.“ Das könnte indes auch an einem Spiel in der Nacht zuvor knapp 10 000 Kilometer entfernt von Kosice liegen - dem Spiel von Goalie Grubauer.

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