Entsetzen bei Buffalo Sabres über Flugzeugabsturz

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Deutsche Presse-Agentur

Trotz des Flugzeugabsturzes in Buffalo ist das ortsansässige NHL-Team der Sabres mit dem deutschen Eishockey-Nationalspieler Jochen Hecht gegen die San Jose Sharks angetreten.

Trainer Lindy Ruff äußerte sich nach dem 6:5-Heimsieg nach Penaltyschießen jedoch entsetzt über die Tragödie mit 50 Todesopfern, die sich in der Nähe seines Hauses abgespielt hatte. Auch viele Spieler wohnen im betroffenen Vorort von Buffalo im US-Bundesstaat New York. Eine Verlegung der Partie gegen das zweitbeste NHL-Team mit den deutschen Profis Christian Ehrhoff und Marcel Goc habe man jedoch abgelehnt, erklärte Ruff. „Wir wollten spielen, aber unsere Gedanken waren woanders“, sagte der Trainer.

Torhüter Patrick Lalime erzählte, er habe das Flugzeug kommen sehen, das am Donnerstag gegen 22.20 Uhr kurz vor der Landung abstürzte. „Es war ziemlich tief. Wir haben überhaupt keinen Lärm gehört, aber als wir nach draußen gingen, haben wir überall Feuer gesehen und den Notruf gewählt“, sagte Lalime. Der finnische Verteidiger Teppo Numminen bekam den Absturz mit, als er im Bett lag. „Ich hörte das Flugzeug kommen. Es klang merkwürdig - ganz nah bei uns“, berichtete Numminen. Nach dem Aufprall habe er aus dem Fenster geschaut: „Ich sah den roten Himmel und wusste, dass etwas nicht in Ordnung ist.“ Auch der aufgewühlt wirkende Trainer Ruff bekam das Unglück mit: „Ich habe die Sirenen gehört, ich habe alles gehört.“

Seine Schützlinge lagen gegen San Jose trotz 3:0- und 4:1-Führungen kurz vor Schluss 4:5 zurück. Vier Sekunden vor dem Ende traf Jason Pominville jedoch zum Ausgleich und rettete seine Mannschaft in die torlose Verlängerung. Im Penaltyschießen gelang der Sieg. „Das war ein Ende wie im Märchen. Wir brauchten es, und unsere Fans werden es brauchen“, sagte Ruff.

Während Hecht und Ehrhoff spielten, fehlte der zuletzt beim Sieg in Boston verletzte Goc. Er wurde von den Sharks wegen einer nicht näher genannten Verletzung in der unteren Körperhälfte auf die Verletztenliste gesetzt. Bester NHL-Club vor West-Spitzenreiter San Jose bleiben die Boston Bruins, die mit 0:1 bei den New Jersey Devils aber ebenfalls eine Niederlage kassierten.

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