Enke meldet sich mit Klasse-Spiel zurück

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Deutsche Presse-Agentur

Robert Enke ist endgültig zurück. Gut drei Monate nach seinem Kahnbeinbruch präsentierte sich der 31 Jahre alte Fußball-Nationaltorhüter bei seinem Comeback in der AWD Arena bärenstark, obwohl er mit Hannover 96 gegen das Star-Ensemble des AC Mailand 2:3 (1:0) verlor.

„Ich bin sehr zufrieden mit ihm. Er hat Klassebälle gehalten. Robert strahlt die Sicherheit aus, die die Mannschaft braucht“, lobte 96-Trainer Dieter Hecking seinen Kapitän, der ein Vierteljahr lang so schmerzlich vermisst worden war. Das Lob und die Jubelgesänge der Fans kamen natürlich auch beim Rückkehrer an. Verändert haben sie den Menschen Enke jedoch nicht - schon gar nicht den ehrgeizigen Sportler. „Ich konnte ein paar Bälle halten. Das war gut, um wieder 'rein zu kommen. Auch für mich war es wichtig, mal wieder im Stadion zu stehen“, beurteilte er seinen ersten Auftritt in der heimischen Arena seit dem 27. September 2008 beim 1:0 über Bayern München sachlich nüchtern.

Gegen den deutschen Rekordmeister konnte Enke seinen Kasten sauber halten, gegen Milan aber nicht. Filippo Inzaghi (55./76.) und Andrej Schewtschenko (53.) schenkten ihm drei blitzsauber herausgespielte Tore ein, gegen die er machtlos war - noch. Die deutsche Nummer 1 des Frühherbstes 2008 wusste, warum er die Unhaltbaren noch nicht halten konnte. „Ich stehe momentan bei 70 Prozent oder so“, befand Enke. „Ich bin froh, dass ich noch anderthalb Wochen habe. Ich werde weiter gut trainieren und dann bin ich gerüstet.“ Am 31. Januar zum Start der Rückrunde gegen Schalke 04 will Enke wieder voll im Saft stehen.

Bundestrainer Joachim Löw wird die Ansage mit Freude vernehmen. Er hat vor den wichtigen WM-Qualifikationsspielen im Frühjahr einen offenen Konkurrenzkampf um die Nummer 1 im Gehäuse des Vize- Europameisters ausgerufen. Enke bringt seine sportliche Klasse ebenso ein wie René Adler (Bayer Leverkusen) und Tim Wiese (Werder Bremen). In Sachen Routine hat der 96-Keeper seinen beiden Hauptkonkurrenten allerdings einiges voraus.

So wie fast jeder Akteur des 17-maligen italienischen Meisters seinem 96-Gegenspieler vor den 40 231 Zuschauern in der eisigen AWD-Arena. Die Namen Kaká, Ronaldinho, Beckham, Inzaghi und Schewtschenko verzückten die Kulisse, ihre fußballerischen Darbietungen allerdings nur sehr sporadisch. Das reichte aber immer noch aus, um das Stadion trotz der Gegentore durch Szabolcs Huszti (10.) und Mike Hanke (74.) als Sieger zu verlassen. Und zwar auf schnellstem Wege. Schon kurz vor Mitternacht hob das Team von Carlo Ancelotti wieder in Richtung Mailand ab. Ende eines Betriebsausfluges, der Milan um eine knappe Million Euro Antrittsgage reicher gemacht haben soll. Und um einige Fans ärmer. Die hatten nach stundenlangem Warten gerade mal gut zehn Minuten Gelegenheit, um mit den AC-Stars auf Tuchfühlung zu gehen.

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