Engländer Trump krönt sich zum Snooker-Weltmeister

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Judd Trump
Judd Trump ist der neue Snooker-Weltmeister. (Foto: Richard Sellers/PA/dpa / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der Engländer Judd Trump hat erstmals in seiner Laufbahn den Snooker-Thron erobert und mit dem WM-Titel in Sheffield für den bisherigen Höhepunkt seiner Laufbahn gesorgt.

Der 29-Jährige schlug im Crucible Theatre John Higgins aus Schottland mit 18:9 und krönte damit eine überragende Performance an den beiden Finaltagen. Für Trump, der vor acht Jahren noch das Finale gegen Routinier Higgins verloren hatte, ist es nach harten Jahren die erste Krönung beim wichtigsten Turnier der Welt. Higgins hat nun drei WM-Endspiele in Serie verloren.

„Unglaublich. Ich kann es nicht in Worte fassen. Es war ein großes Finale, vom ersten Frame an. John ist so ein großer Spieler, darum wurde ich nur noch besser. Das war das Beste, was ich jemals gespielt habe“, sagte Trump, der gemeinsam mit seiner Familie den silbernen Pokal und eine Flasche Champagner stolz am riesigen grünen Tisch präsentierte. Sein Rivale Higgins empfand es als Glück, dass er „nicht für das Ticket bezahlen musste. Es war übermenschlich.“ Trump ist erst der elfte Spieler, der sowohl WM als auch UK Championship und das Masters gewinnen konnte.

Im Endspiel lieferten sich die beiden Rivalen einen hochklassigen Snooker-Kampf, bei dem „The Wizard of Wishaw“ (Higgins) gut spielte, gegen den überragenden Trump aber letztlich keine Chance hatte. Der Engländer zeigte über weite Strecken sensationelles Lochspiel und präsentierte diesmal auch taktisch höchstes Geschick, was ihm 2011 bei seinem ersten Endspiel in Sheffield noch gefehlt hatte. „Ich habe versucht, ähnlich zu spielen wie damals. Aber diesmal mit mehr Safeties“, betonte Trump zu seiner gereiften Spielanlage.

Das Finale wurde zu einem Spiel der Rekorde. Nicht nur, dass es insgesamt drei ernsthafte Chancen auf ein sogenanntes Maximum Break (147 Punkte) gab, sondern auch elf Century-Breaks (mindestens 100 Punkte) waren ein Novum für ein WM-Spiel. Insgesamt wurden bei diesen Titelkämpfen 100 Century-Breaks gespielt - auch das ist eine WM-Bestmarke.

„The Ace“, wie Trump genannt wird, kam schwer ins Turnier und stand beim 10:9-Auftaktsieg gegen den Thailänder Thepchaiya Un-Nooh sogar unmittelbar vor dem Aus. Doch der Engländer steigerte sich von Runde zu Runde und war mit seiner Vielseitigkeit am Ende nicht mehr zu stoppen. „Er sollte zu den Weltmeistern gehören“, bekannte Primus Ronnie O'Sullivan schon vor dem Endspiel.

Nach Trumps Sieg sagte der fünfmalige Weltmeister „The Rocket“ über den neuen Titelträger: „Er hat den Hunger, und er hat den Willen. Er ist heute besser als er jemals war. Da müssen die anderen Spieler schauen, dass sie nachlegen können.“

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