Energie aufs Eis bringen

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 DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel
DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel (Foto: dpa)
Sportredakteur

Für den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) ist die am Sonntag beginnende U20-WM in Füssen ein wichtiger Gradmesser dafür, welche sportlichen Erwartungen er an die kommenden Jahre haben darf. DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel ist davon überzeugt, dass der aktuelle U20-Jahrgang eine „gute Truppe“ ist: „Das ist ein wichtiges Zeichen für unsere Ligen. Die Qualität ist da.“ Gleichzeitig fordert Schaidnagel von den Vereinen noch mehr Investitionen in den Nachwuchs.

Die deutsche U20-Nationalmannschaft will bei der WM in Füssen den Aufstieg in die Top-Division schaffen. Wie gut die Chancen dafür sind, vermag Stefan Schaidnagel nicht zu sagen. „Das Turnier ist eine komplett offene Sache. Die Leistungsdichte in dieser Divison ist so hoch, dass eine Vorausschau ganz schwierig zu treffen ist.“ Die zwei Vorbereitungsspiele der deutschen Mannschaft – es gab Siege gegen Norwegen und Frankreich – seien zwar gut gelaufen, doch gebe es noch Luft nach oben. Und: „Ein Turnier, bei dem es um etwas geht, ist eine andere Sache.“ Gerade die jungen Spieler hätten da „einen ganz anderen Druck“. Unter diesem Druck die „Energie aufs Eis zu bringen“, das sei die Kunst.

Mit dem Aufstieg in die Top-Division – es wäre der erste seit 2012 – sei es übrigens nicht getan, sagt Schaidnagel. Vielmehr sei es dann wichtig, die Klasse zu halten, Konstanz reinzubringen. Das Turnier in Füssen zu gewinnen, traut er der deutschen U20 allemal zu.

Überzeugt ist Schaidnagel nicht nur vom Ravensburger Tim Brunnhuber, der sich seit dem vergangenen Jahr, als er schon einmal bei der U20 dabei war, gut entwickelt habe. Potenzial gebe es aber weiterhin: „Tim weiß, an welchen Schwächen er arbeiten muss.“ Als weitere Säulen der Mannschaft sieht er unter anderen das 18-jährige Ausnahmetalent Dominik Bokk und Moritz Seider. Lob erhält aber der komplette Kader. Da habe jeder Spieler das Potenzial, bei den Senioren zu spielen.

Schaidnagel sieht aber noch fehlenden Mut bei den Vereinen. Sein Appell ist unmissverständlich: „Gebt den Jungs das Vertrauen. Setzt sie ein. Lasst sie Fehler machen.“ Die Ravensburg Towerstars lobt der DEB-Sportdirektor. Dort habe die Nachwuchsarbeit einen guten Nährboden. Ganz wichtig sei, dass die Spieler nicht nur acht Monate pro Jahr beschäftigt werden – sondern gleich das ganze Jahr: „Nicht umsonst heißt es: Ein guter Wintersportler wird im Sommer gemacht.“

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