Eklat: Lange bricht sein Rennen im Vierbob ab

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Deutsche Presse-Agentur

Ausnahmepilot André Lange hat bei den vor-olympischen Rennen in Whistler für einen Eklat gesorgt und den Viererbob-Weltcup nach dem ersten Lauf entnervt abgebrochen.

„Ich habe technische Probleme und kein Grip bei meinen Kufen“, sagte der Doppel-Olympiasieger aus Oberhof, nachdem er im kleinen Schlitten 24 Stunden zuvor nur Fünfter wurde. Heftige Kritik am FES-Viererbob kam zwei Wochen vor den Welttitelkämpfen in Lake Placid auch von Thomas Florschütz aus Riesa, der im Zweierbob mit Marc Kühne die olympische Generalprobe gewann. „Wir verlieren gut drei Kilometer pro Stunde an Geschwindigkeit, da müssen sich der Verband und die FES mal langsam Gedanken machen“, sagte Florschütz, der nur Elfter in der „Königsdisziplin“ wurde.

Der Sieg im großen Schlitten ging an den Letten Janis Minins, der mit Startnummer eins und in 1:42,17 Minuten 8/100 Sekunden Vorsprung vor dem US-Amerikaner Steven Holcomb hatte. Dritter wurde der Russe Alexander Subkow. Karl Angerer aus Königssee, der mit einem nagelneuen Singerbob unterwegs ist, wurde als Neunter bester Deutscher.

Nach dem Zweierbob-Rennen war Lange noch gelassen. „Den Rückstand auf Hefti verlieren wir am Start. Aber wenn mein Rennpferd Kevin Kuske wieder mit dabei ist, mache ich mir keine so großen Sorgen“, sagte der 35-Jährige, dessen Stamm-Crew sich in Kienbaum mit Cheftrainer Raimund Bethge auf den Punkt für die Titelkämpfe in Lake Placid vorbereiten will.

Florschütz wollte im kleinen Schlitten mit Blick auf die WM personell nicht viel experimentieren. „In der letzten Zeit hat man gesehen, dass ich ein Wettkampftyp bin. Wir haben auch hier saubere Arbeit geleistet. Einen besseren Einstand auf der Olympia-Bahn konnte ich mir nicht wünschen“, sagte der 30-jährige Polizeivollzugsbeamte, während sein Trainer Gerd Leopold aus dem Häuschen war: „Das ist ein gutes Ohmen für die Olympischen Spiele 2010.“ In 1:43,95 Minuten verwies Florschütz den Schweizer Beat Hefti mit 8/100 Sekunden auf Rang zwei. Dritter wurde Lokalmatador Pierre Lueders, der nach dem ersten Lauf noch in Führung lag. Angerer landete nur auf Platz 18.

Die deutschen Bobpilotinnen haben dagegen enttäuscht. Olympiasiegerin und Weltmeisterin Sandra Kiriasis aus Winterberg, die wegen internen Querelen nicht mit Romy Logsch sondern mit Ersatz-Anschieberin Patricia Polifka an den Start ging, landete mit 44/100 Sekunden Rückstand auf die siegreiche US-Amerikanerin Shauna Rohbock nur auf den fünften Platz. Die WM-Zweite Cathleen Martini wurde nur Siebte, Claudia Schramm Zehnte. Zwei Tage nach ihrem 27. Geburtstag wurde Logsch mit einer disziplinarischen Sperre belegt. „Wir sind eine Mannschaftssportart, wo sich jeder unterzuordnen hat. Romy hatte zuletzt viele Versäumnisse. Wir wollten ihr jetzt mal eine Bedenkzeit geben und schauen, ob diese mit Hinblick auf die WM Wirkung erzielt“, sagte Frauen-Bundestrainer Wolfgang Hoppe.

Nach zahlreichen Trainings- und Wettkampfstürzen wurde die 1450 Meter lange Eispiste, die 20 Prozent Gefälle und 16 Kurven aufweist, im Verlaufe des Weltcups immer wieder entschärft. Experte Markus Aschauer, zugleich Bahnchef in Königssee, setzte immer wieder Korrekturen an der Eisnivellierung vor allem zwischen den Kurven 11 und 13 durch. „Die Geschwindigkeit ist das größte Problem. Ab einer bestimmten Stelle kann man nicht mehr auf Fehler reagieren“, sagte Cheftrainer Raimund Bethge.

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