„Einfach geil“: FCK feiert Derby-Sieg gegen Mainz

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Pokal-Party
Die FCK-Profis feiern den Derby-Sieg gegen Mainz. (Foto: Uwe Anspach. / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Eric Dobias und Moritz Kreilinger

Der Betzenberg bebte. Nach dem Coup gegen den FSV Mainz 05 feierten die völlig losgelösten Drittliga-Kicker des 1. FC Kaiserslautern mit ihren Fans eine fröhliche Pokal-Party.

Während die frustrierten Bundesliga-Profis aus Mainz von ihren Anhängern mit Schimpftiraden verabschiedet wurden, genossen die Roten Teufel nach dem 2:0 (0:0) die Jubelszenen. „So eine Atmosphäre habe ich hier schon lange nicht mehr erlebt“, sagte FCK-Trainer Sascha Hildmann sichtlich gerührt. „Dieser Erfolg gibt uns Kraft und ist Balsam für die Fan-Seele.“

Der süße Sieg über den Erzrivalen im ersten Rheinland-Pfalz-Derby seit 2012 ließ die jahrelange Tristesse beim tief gefallenen viermaligen deutschen Meister für einen Moment in Vergessenheit geraten. Kein Wunder, sind Fußball-Festtage in der Pfalz seit dem Bundesliga-Abstieg vor sieben Jahren und erst recht dem Sturz in die 3. Liga im Vorjahr selten geworden. Das Erreichen der 2. Runde, durch das sich die Pokal-Einnahmen auf mehr als eine halbe Million Euro erhöhen, wurde daher ausgiebig gefeiert.

Manfred Starke mit einem verwandelten Foulelfmeter in der 62. Minute und Florian Pick (90.) belohnten den Außenseiter für einen emotionalen und engagierten Auftritt vor 40 694 Zuschauern. „Es macht einfach Spaß, hier zu spielen. Ich kenne das ja noch von früher als Balljunge. Die Fans feiern dich für jede Grätsche. Da will sich jeder zerreißen“, sagte Pick und fügte beseelt hinzu: „40.000 Zuschauer und dann schießt du ein Tor und alle rasten aus. Das ist einfach geil.“

Auch Hildmann - in Kaiserslautern geboren und dem Verein seit der Kindheit verbunden - war begeistert. „Ein riesen Kompliment an die Truppe, die sehr leidenschaftlich mit großer Mentalität Betze-Fußball gezeigt hat. Das ist eine riesige Geschichte für uns“, sagte der 47-Jährige.

Der Schwung soll nun in den Alltag mitgenommen werden, denn die Rückkehr in die 2. Liga steht über allem. „Wenn wir so weitermachen bin ich davon überzeugt, dass wir die meisten Spiele in der Liga gewinnen werden“, sagte FCK-Kapitän Christoph Hemlein.

Neu-Investor Flavio Becca will den Traditionsverein, der vor wenigen Wochen noch um die Lizenz für die 3. Liga bangen musste, mittelfristig sogar wieder in die Bundesliga führen. Danach lechzen auch die Fans. „An der großartigen Zuschauerkulisse hat man gesehen, was in Kaiserslautern möglich ist“, sagte Führungstorschütze Starke. Selbst die Mainzer waren angetan von der Kulisse, die an glorreiche Zeiten erinnerte. „Es hat sich angefühlt wie ein Bundesligaspiel“, meinte FSV-Kapitän Danny Latza.

Vor dem Bundesliga-Auftakt am kommenden Samstag beim SC Freiburg muss 05-Trainer Sandro Schwarz seine Schützlinge nun schnell wieder aufrichten. „Der Frust ist bei allen groß. Es ist extrem wichtig, jetzt keine Negativstimmung zuzulassen“, sagte Schwarz.

Sofort nach dem Spiel versammelte der 40-Jährige die Mannschaft in der Kabine. „Ich wollte, dass wir das aufarbeiten und gemeinsam leiden, ohne rumzubrüllen“, begründete Schwarz die seltene Maßnahme. Seine Vorgabe: „Ab Dienstag müssen wir den Fokus auf die Bundesliga legen.“

Kader 1. FC Kaiserslautern

Kader FSV Mainz 05

Ansetzungen und Ergebnisse 1. Runde

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