Dytrt bessert DEU-Bilanz als Siebte auf

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Deutsche Presse-Agentur

Die Aufholjagd der Oberstdorferin Annette Dytrt hat die Bilanz der Deutschen Eislauf-Union (DEU) bei den Europameisterschaften in Helsinki gerettet. Mit dem siebten Abschluss-Rang sicherte die 25-Jährige zwei deutsche Startplätze bei der EM 2010 in Tallinn/Estland.

„Die zwei Tickets sind immens wichtig für die Perspektive unseres Nachwuchses“, sagte DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf, der über Jahre Geduld mit der nervenschwachen, aber hochtalentierten Dytrt bewies und sich mit ihrem Team in den Katakomben der Hartwall Arena freute. „Endlich hat sie einmal Kämpferqualitäten im Wettkampf gezeigt“, fand er und ist überzeugt, dass sie auch im März bei den Welttitelkämpfen einen Qualifikationsplatz für Olympia erlaufen wird.

Verantwortlich für die Stabilisierung der Sportsoldatin ist Trainerin Michael Huth, der seine neue Schülerin „auf dem richtigen Weg“ sieht. Zusammen mit der Vize-Europameisterin Carolina Kostner bildet Dytrt eine Trainingsgruppe im Allgäu, im Wettkampf läuft die vier Jahre jüngere Südtirolerin allerdings noch in einer anderen Liga. „Ich habe nur eine Pirouette doppelt gezeigt und dafür keine Punkte erhalten“, erklärte die zweimalige Titelträgerin ihre Niederlage gegen die Lokalmatadorin Laura Lepistö.

Vor 10 000 entzückten Eislauf-Fans wusste die 20-Jährige ihren Heimvorteil zu nutzen und gewann als erste Finnin die Goldmedaille. „Ich glaube, wir können auch gegen die starken Asiatinnen und Amerikanerinnen bestehen“, sagte die sportliche Kostner mit Blick auf die WM in Los Angeles.

Dort sind nach einer atemberaubenden EM-Kür die dreimaligen Europameister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy (Chemnitz) klare Favoriten. „Sie haben nicht nur gezeigt, dass sie gerüstet sind für die Titelverteidigung gegen die Chinesen, sondern auch eine Medaille bei den Winterspielen im Jahr drauf gewinnen könnten“, sagte Dönsdorf.

Noch nicht definitiv entschieden ist, welcher Einzelläufer die Reise nach Kalifornien antreten darf. „Das war die bitterste Pille der EM, dass die Jungs den zweiten Startplatz verloren haben“, gab Dönsdorf zu. Er favorisiert zwar den Fünfzehnten Peter Liebers für höhere Aufgaben, doch nicht ohne Bedingungen. Bereits in der finnischen Hauptstadt gab es ein ernstes Gespräch mit dem deutschen Meister aus Berlin.

„Er hat im vergangenen Jahr den vierfachen Toeloop gezeigt, jetzt nicht einmal den dreifachen Axel“, kritisierte Dönsdorf, der deutlich mehr Courage einfordert. Ein angedachtes Ausscheidungslaufen mit dem ehemaligen WM-Dritten Stefan Lindemann macht aber wenig Sinn, da der 28-Jährige schon wieder verletzt ist. „Ein halber Lindemann bringt uns nichts“, stellte Trainerin Viola Striegler fest.

Das beherzte Auftreten der jungen Eistanz-Geschwister Carolina und Daniel Hermann aus Dortmund mit dem überraschend guten Einstiegsrang zwölf veranlasste Dönsdorf zu folgendem Team-Fazit: „Wir stabilisieren uns in einem guten Mittelfeld.“

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