DSV-Springer patzen bei vorolympischer Probe

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Deutsche Presse-Agentur

Ausgerechnet bei der vom überragenden Doppelsieger Gregor Schlierenzauer dominierten vorolympischen Probe haben die deutschen Skispringer geschwächelt und vier Wochen vor der WM kräftig Federn gelassen.

24 Stunden nach seinem siebten Rang musste sich Martin Schmitt in Whistler beim Sieg des Skiflug-Weltmeisters aus Österreich, der im Finale mit 149 Metern einen sensationellen Schanzenrekord aufstellte, als bester Deutscher mit dem 14. Platz begnügen. „Man muss diesen Wettbewerb differenziert betrachten. Ich sage das sonst nicht, aber wir hatten mit den Bedingungen heute kein Glück“, kommentierte Bundestrainer Werner Schuster das schwache Abschneiden seines Sextetts.

„Wir befinden uns mitten in der WM-Vorbereitung, da kann man nicht jeden Tag in Top-Form sein. Aber das Niveau ist gut, die Basis stimmt“, sagte Schmitt, der wie seine müden Teamkollegen in der kommenden Woche eine dringend benötigte Weltcup-Pause einlegen wird. Mit 120 Metern im ersten Durchgang verspielte der 30 Jahre alte Routinier alle Chancen auf ein Top-Resultat. Dank einer enormen Steigerung im Finale auf 135,5 Meter machte Schmitt immerhin noch zehn Plätze gut. Am Vortag hatten ihm beim Erfolg von Schlierenzauer, der das Gelbe Trikot des Gesamt-Führenden vom Schweizer Simon Ammann übernahm, nach Sprüngen von 133,5 und 133 Metern nur 11,4 Punkte zu einem Podestplatz gefehlt.

Michael Uhrmann landete mit Sprüngen von 127,5 und 126,5 Metern auf Rang 17. Felix Schoft kam auf 129 und 121 Meter und fiel im Finale vom 8. auf den 20. Rang zurück. Stephan Hocke wurde mit 122 und 128 Metern 22. „Alle waren ein wenig am Limit. Das war nichts Aufregendes und mannschaftlich eine Durchschnittsleistung. Uhrmann tritt ein wenig auf der Stelle, Hocke war solide. Die jungen Athleten haben sich ordentlich geschlagen“, befand Schuster.

Eine überragende Vorstellung bot Schlierenzauer, der die Konkurrenz am Samstag mit Sprüngen von 142 und 139,5 Metern deklassierte und 24 Stunden später den 18. Weltcupsieg seiner noch jungen Karriere mit dem Schanzenrekord von 149 Metern krönte. Damit fing er noch seinen zur Halbzeit führenden Landsmann Thomas Morgenstern ab, der auf 140,5 und 141 Meter kam. Dritter wurde der Finne Ville Larinto, der wie Schlierenzauer ebenfalls bei 149 Metern landete, den Sprung aber nicht stehen konnte. „Es macht hier riesen Spaß, denn man kann richtig weit springen“, befand Schlierenzauer.

In der Weltcup-Gesamtwertung liegt der Österreicher mit 1320 Zählern nun deutlich vor dem Schweizer Simon Ammann (1212). „Schlierenzauer drückt dem Zirkus seit einigen Wochen den Stempel auf“, lobte Schuster und fügte hinzu: „Die Jury kann von Glück sagen, dass der Gregor den Sprung mit Routine runter gebracht hat. Das war bei dem Aufwind hart an der Grenze.“

Begeistert zeigte sich der Bundestrainer von der Olympia-Anlage im zwei Autostunden von Vancouver entfernten Whistler, für die er Bestnoten vergab. „Die Schanze ist außergewöhnlich gut gelungen. Sie ist hervorragend und liegt wunderbar in ein Tal eingebettet. Dadurch sind die äußeren Einflüsse ganz gut kontrollierbar. Es ist allerdings eine komplexe Schanze, die sowohl Absprungdynamik als auch Flugfähigkeiten verlangt“, sagte Schuster.

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