DSV-Springer noch nicht in WM-Form

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Deutsche Presse-Agentur

Martin Schmitt erhielt nach seinem bärenstarken Auftritt bei der Weltpremiere der Team-Tour ein dickes Lob von Bundestrainer Werner Schuster, die anderen deutschen Skispringer präsentierten sich beim Mannschafts-Weltcup in Willingen dagegen noch nicht in WM-Form.

Knapp zwei Wochen vor den Titelkämpfen in Liberec verpasste das DSV-Quartett als Vierter den erhofften Podestplatz und offenbarte einige Schwächen bei Mensch und Material. „Man darf sich keinen Fehler leisten“, stellte Schuster fest.

Der Coach sieht dennoch nicht schwarz, sondern blickt den kommenden Aufgaben zuversichtlich entgegen. „Wir haben alles gegeben, es hat knapp nicht gereicht. Speziell Martin hat eine herausragende Leistung geboten. Und mit Michael Uhrmann haben wir noch einen Joker in der Hinterhand. Ich bin überzeugt, dass wir bei der WM aus eigener Kraft auf das Podest springen können“, erklärte Schuster.

Während sich Österreich auch ohne Weltcup-Spitzenreiter Gregor Schlierenzauer vor Norwegen und Finnland als erster Sieger der neue Serie in die Annalen eintrug, konnte das DSV-Quartett den Ausfall des erkrankten Uhrmann nicht kompensieren. Bei extrem schwierigen Bedingungen mit Regen und Schnee fehlten am Ende 14,5 Zähler zum Platz auf dem Podium. Hinzu kamen Materialprobleme bei Stephan Hocke, der mit 102,5 Metern im zweiten Durchgang entscheidenden Boden einbüßte. „Wir haben gedacht, wir hätten das im Griff. Aber man muss immer hellwach bleiben. Wir werden das wir intern klären“, sagte Schuster, der den Technikern öffentlich jedoch keinen Vorwurf machte: „Die Service-Leute haben ihr Bestes gegeben.“

Gleiches attestierte er seinen Springern, die mit Ausnahme von Schmitt bis zur WM allerdings noch zulegen müssen. Michael Neumayer konnte in seiner Gruppe nicht mit den Konkurrenten der drei Top-Nationen mithalten, Uhrmann-Ersatz Severin Freund war nach einem guten ersten Sprung im Finale mit den extremen Wetterbedingungen überfordert. „Er hat seine Sache dennoch ordentlich gemacht und ist ein Kandidat für den fünften Platz im WM-Aufgebot“, sagte Schuster.

Der hatte wie die 20 000 Fans an der Mühlenkopfschanze vor allem an Schmitt seine helle Freude. Der 31 Jahre alte Routinier zeigte sich nach seiner Weltcup-Pause gut erholt und hielt seine direkten Konkurrenten Wolfgang Loitzl und Anders Jacobsen mit Weiten von 131 und 127 Metern in Schach. Dem Vierschanzentournee-Sieger aus Österreich nahm Schmitt insgesamt 10,5 Meter ab und stellte danach zufrieden fest: „Ich habe das nötige Vertrauen, dass mir die äußeren Einflüsse nichts anhaben können. Die Form stimmt.“ Schuster unterstrich die Einschätzung seines Vorzeigespringers: „Die Sprünge von Martin waren stark. Er ist nah an der Spitze dran.“

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