DSV-Springer heiß auf Team-Tour

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Deutsche Presse-Agentur

Die Team-Tour vor der Brust, die Weltmeisterschaften im Hinterkopf: Nach einem erholsamen Kurz-Urlaub wollen die deutschen Ski-Adler bei der Erstauflage der hoch dotierten Wettkampfserie zum Höhenflug ansetzen und Selbstvertrauen für die Titelkämpfe in zwei Wochen tanken.

„Willingen, Klingenthal, Oberstdorf: Für einen deutschen Skispringer ist das der absolute Traum. Vor der WM wollen wir uns natürlich vor eigenem Publikum bestmöglich präsentieren“, sagte Martin Schmitt vor dem Auftakt am Wochenende in Willingen.

Klarer Favorit auf den Siegerscheck in Höhe von 100 000 Euro sind die bärenstarken Österreicher um Weltcup-Spitzenreiter Gregor Schlierenzauer und Vierschanzentournee-Sieger Wolfgang Loitzl, doch auch die deutschen Springer rechnen sich bei den fünf Heim-Weltcups innerhalb von neun Tagen einiges aus. „Gerade im Hinblick auf die Weltmeisterschaften wollen wir in der Team-Wertung zeigen, dass wir seriös um einen Podestplatz mitkämpfen können. Dass nach dem finalen Skifliegen am Ende eine Mannschaft auf dem Podest steht, ist eine zusätzliche Motivation. Vom großzügigen Preisgeld einmal ganz abgesehen“, erklärte Michael Uhrmann.

Bundestrainer Werner Schuster erwartet beim dreifachen Heimspiel „mehr als nur einen Fingerzeig, mit welchen Mannschaften bei der WM zu rechnen ist“. Denn im deutschen Lager hat man nie einen Hehl daraus gemacht, bei den Titelkämpfen in Liberec mit dem Team Edelmetall holen zu wollen. „Da rechnen wir uns die größten Chancen aus“, bestätigte Schuster und gab für die Generalprobe bei der Team- Tour die Marschrichtung aus: „Wir wollen uns gut präsentieren, mannschaftliche Stärke demonstrieren und vorne mitmischen.“

Die DSV-Athleten kommen ausgeruht und voller Tatendrang nach Willingen, wo am Freitag (17.00 Uhr) die Qualifikation ansteht. Einen Tag später muss das DSV-Quartett, das wohl von den WM-Fahrern Schmitt, Uhrmann, Michael Neumayer und Stephan Hocke gebildet wird, im Team-Wettbewerb Farbe bekennen. Am Sonntag steht ein Einzelspringen auf dem Programm. „Die Tour wird sicherlich anstrengend, aber schön anstrengend. Denn vor eigenem Publikum dreimal in Folge in drei verschiedenen Stadien springen zu können, stelle ich mir großartig vor. Ich freue mich auf die Tournee“, sagte Neumayer, der am vergangenen Wochenende als einziger deutscher Top- Springer beim Weltcup in Sapporo am Start war.

Über 30 000 Fans werden an den drei Tagen im nordhessischen Skisprung-Mekka erwartet und hoffen wie Schuster auf eine überzeugende Vorstellung von Schmitt & Co. „Damit unsere Leistungsträger bei den drei Tour-Etappen hungrig sind, haben wir bei unserem Kernteam in den vergangenen Tagen etwas Luft heran gelassen und die Regeneration in den Vordergrund gestellt. Die Heim-Springen sind für unser Team natürlich eine ganz besondere Herausforderung. Wir wollen an die bisherigen Leistungen anknüpfen“, sagte Schuster.

Das Format der neuen Serie, zu der noch die Weltcups in Klingenthal (11. Februar) und Oberstdorf (14./15. Februar) gehören, kommt dem Coach entgegen. „Der Team-Gedanke der Tour passt perfekt zu unserer Philosophie, die wir seit Beginn der Saisonvorbereitung verfolgen. Wir haben in den vergangenen Monaten ja immer ganz bewusst das Team in den Vordergrund gestellt und uns damals das Ziel gesetzt, ganz besonders auf das Miteinander zu achten“, erklärte Schuster.

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