DSV berät nach Doping-Vorwürfen gegen Trainer

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Deutsche Presse-Agentur

Der Deutsche Skiverband (DSV) will nach den in der ARD-Sportschau geäußerten Doping-Anschuldigungen gegen Biathlon-Bundestrainer Frank Ullrich und den früheren DDR-Chefcoach Wilfried Bock über die Angelegenheit beraten.

„Wir werden das Ganze in Ruhe besprechen und uns Gedanken über die nächsten Schritte machen“, sagte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach. Beide Trainer bestreiten die Vorwürfe.

Ullrich und Bock waren vom ehemaligen Biathleten Jürgen Wirth mit Doping-Praktiken in Verbindung gebracht worden. „Die Vorwürfe von Jürgen Wirth sind ungeheuerlich. Ich habe in meiner gesamten Trainerlaufbahn niemals einen Athleten dazu angewiesen, Dopingmittel einzunehmen. Ich lehne grundsätzlich jede Art von unerlaubter Leistungsmanipulation strikt ab. Jetzt werde ich so schnell wie möglich überprüfen lassen, wie ich gerichtlich gegen diese unwahren Anschuldigungen vorgehen kann“, hatte Ullrich bereits erklärt.

Wirth, der 1987 und 1988 zum DDR-Kader gehört hatte, stellte in der Sportschau fest: „Frank Ullrich hat uns damals angewiesen, dieses Mittel Oral-Turinabol einzunehmen, damit wir schneller wieder regenerieren, das heißt, schnellere Erholungsphasen haben und bessere Trainingsleistungen bringen können.“

Jens Steinigen, Staffel-Olympiasieger 1992, der in der Sportschau als zweiter Kronzeuge zu Wort kam, erklärte auf die Frage, wer ihn damals genötigt habe, die Dopingmittel zu nehmen? „Das waren die damaligen verantwortlichen Trainer, insbesondere der Cheftrainer, damals Herr Bock.“ In der Sportschau entgegnete Bock: „Ich habe keins verabreicht, dabei bleibe ich, das habe ich Ihnen gesagt, das habe ich Ihnen gerne gesagt, weil Sie mir vorwerfen wollen, dass ich in meinen Plänen das verankert habe. Ich mach's nicht und ich habe es nicht gemacht und jetzt lassen Sie mich bitte in Ruhe.“

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