DSV-Alpinchef Maier kritisiert WM-Pisten

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Deutsche Presse-Agentur

Nach schweren Stürzen von Maria Riesch und Andreas Strodl hat der deutsche Alpindirektor Wolfgang Maier Kritik am Schwierigkeitsgrad und der Präparierung der Pisten bei den Ski-Weltmeisterschaften im französischen Val d'Isère geübt.

„Es ist eine schwierige Situation bei der WM anzufangen über die Pisten zu diskutieren“, sagte Maier. „Aber Fakt bleibt, dass das, was sie hier ausgewählt haben, am obersten, obersten, obersten Limit ist. Und ich kann mich nicht erinnern, dass man - speziell bei den Männern - mal so eine brutale Form der Präparation gewählt hat.“

Zuvor hatte sich die deutsche Medaillen-Hoffnung Maria Riesch bei einem Trainingssturz neben Verletzungen an Gesicht und Wirbelsäule eine Innenbandzerrung im linken Knie zugezogen. Für Rieschs Partenkirchener Vereinskollegen Andreas Strodl ist nach einem Sturz im Super-G-Rennen die WM wegen einer Zerrung mit Knochenstauchung im rechten Knie beendet. Noch schlimmer erwischte es die Schwedin Jessica Lindell-Vikarby, die sich bei ihrem Sturz im Abfahrtstraining auf der von vielen Athletinnen als schwierig bezeichneten Piste Rhone-Alpes einen Kreuzbandriss zuzog.

Den Unfall von Maria Riesch stufte Maier zwar als Fahrfehler der 24-Jährigen ein, „zwei Drittel“ der Fahrerinnen seien seiner Ansicht nach mit der welligen Strecke auf dem Solaise-Berg aber „überfordert“ gewesen. Dabei bezeichnete Maier es als problematisch, dass es wegen zuvor wetterbedingter Rennabsagen kaum Erfahrungen mit der Kurssetzung auf dem schwierigen Terrain gebe, und die Präparierung genüge auch nicht internationalen Standards. Diese sei aber gerade während einer WM wegen der hohen Beanspruchung der Piste knifflig.

Die Athletinnen hatten nach der ersten Probefahrt für die WM-Abfahrt unterschiedlich reagiert. Die Trainingsbeste Lara Gut (Schweiz) hatte zwar „Spaß“, sprach aber auch von der schwierigsten Abfahrt, „die ich je gefahren bin“. Immer wieder zu hören waren „brutal“ und „sehr schlagig“.

Auch bei den Herren gingen die Meinungen über die berüchtigte Face de Bellevarde auseinander. Zahlreiche Fahrer hatten mit der wegen des steilen Geländes wenig direkten Kurssetzung ihre Schwierigkeiten. DSV-Alpinchef Maier monierte zudem, dass die Piste „extrem“ hart präpariert war. Weltmeister Didier Cuche (Schweiz) sprach hingegen von wundervollem Skilaufen. Dazu Maier: „Wenn man heute von wundervollem Skilaufen gesprochen hat, kann ich nur sagen, ab und zu Brille putzen wäre gut.“

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