DSV-Adler für WM zuversichtlich

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Deutsche Presse-Agentur

Martin Schmitt grinste zufrieden, Michael Uhrmann meldete sich gesund zurück und Stephan Hocke philosophierte ganz locker über einen möglichen WM-Sieg.

Mit einem starken Auftritt im ersten Training auf der Normalschanze haben die deutschen Skispringer Hoffnungen auf eine erfolgreiche Medaillen-Mission bei der Weltmeisterschaft in Liberec geweckt. „Ich fühle mich frisch und bin wieder heiß aufs Springen“, sagte Schmitt, der sich nach der verpatzten Generalprobe beim Skifliegen in Oberstdorf einen Kurz-Urlaub gegönnt hatte.

Mittlerweile bezogen Schmitt & Co. ihre Männer-WG in einem eigens angemieteten Haus. „Das ist eine tolle Unterkunft“, berichtete Schmitt. In den drei Trainingsdurchgängen auf der kleinen Schanze am tief verschneiten Hausberg Jested präsentierte sich Schmitt ausgeschlafen. Als Vierter, Achter und Sechster lag er stets in Schlagdistanz zur Spitze. „Auf diesem Bakken darf man sich keinen groben Schnitzer erlauben. In den Absprung muss man Dynamik und in den Flug viel Gefühl reinlegen. Ich bin ganz entspannt und feinfühlig“, sagte der viermalige Weltmeister.

Wegen seiner Top-Ten-Platzierung im Gesamt-Weltcup ist Schmitt als einziger deutscher Springer für die erste von drei WM- Entscheidungen fest gesetzt. Michael Uhrmann, Michael Neumayer und Stephan Hocke müssen sich Freitag noch qualifizieren, sollten damit jedoch keine Probleme haben.

Vor allem das Comeback von Uhrmann nach zweiwöchiger Krankheitspause gab Anlass zu neuer Zuversicht im Team. Der Bayer überzeugte im ersten Durchgang mit dem weitesten Sprung auf 102 Meter und stellte danach zufrieden fest: „Es passt schon. Ich bin gesund, auch wenn ich mich noch nicht topfit fühle. Der erste Versuch ist mir super gelungen.“

Der 30 Jahre alte Mannschafts-Olympiasieger von 2002 hat sich zu Hause in Rastbüchl, wo seine Kollegen am Mittwoch noch ein Extra- Training absolvierten, in Ruhe auf die WM in Tschechien vorbereitet. „Ich bin das ganz locker angegangen, habe sehr langsam anfangen müssen. Ich habe zwar nicht sehr viele Sprünge gemacht, bin aber zuversichtlich, dass ich das hier gut hinkriege“, sagte Uhrmann.

Er rechnet damit, dass bei der Medaillenvergabe „der Wind eine ganz große Rolle spielt“. Stephan Hocke erwartet sogar eine Wind-Lotterie, bei der jeder das große Los ziehen könne. „Auf der Schanze kann alles passieren. Wenn ich viel Dusel habe und zur rechten Zeit am richtigen Ort bin, könnte sogar ich Weltmeister werden“, sagte der Thüringer. Die Prognose erscheint zwar tollkühn, ist aber zugleich Beleg für die zurückgekehrte Lockerheit im Team. „Wir haben gut trainiert und müssten ganz gut gerüstet sein“, verkündete Hocke.

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