DSV-Adler auf Olympia-Schanze nur Durchschnitt

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Deutsche Presse-Agentur

Nach der von Gregor Schlierenzauer dominierten Weltcup-Premiere in Whistler vergab Skisprung- Bundestrainer Werner Schuster Bestnoten für die Olympia-Schanze von 2010, sein Team erhielt mit Ausnahme des siebtplatzierten Martin Schmitt nur ein Befriedigend.

„Die Anlage ist außergewöhnlich gut gelungen, aber der Wettkampf war aus unserer Sicht unspektakulär. Das war nichts Aufregendes und mannschaftlich eine Durchschnittsleistung. Nur Martin hat sich in den Top Ten etabliert und einen guten Wettkampf gemacht“, bilanzierte Schuster.

Beim sechsten Saisonsieg von Skiflug-Weltmeister Schlierenzauer, der das Gelbe Trikot des Gesamt-Führenden vom viertplatzierten Schweizer Simon Ammann übernahm, fehlten Schmitt am Samstagabend nach Sprüngen von 133,5 und 133 Metern 11,4 Punkte zu einem Podestplatz. „Wir befinden uns mitten in der WM-Vorbereitung, da kann man nicht jeden Tag in Top-Form sein. Aber das Niveau ist gut, die Basis stimmt“, sagte Schmitt, der wie seine Teamkollegen in der kommenden Woche eine Weltcup-Pause einlegen wird.

Der 30 Jahre alte Routinier aus Furtwangen war einmal mehr der einzige deutsche Springer, der mit der Weltelite mithalten konnte. Uhrmann kam mit Sprüngen von 130 und 125 Metern nur auf den 15. Rang, Hocke wurde mit Versuchen von 121 und 125 Metern 23. Severin Freund belegte Platz 28, Felix Schoft und Pascal Bodmer verpassten den Einzug ins Finale. „Uhrmann tritt ein wenig auf der Stelle, Hocke war solide. Die jungen Athleten haben sich ordentlich geschlagen“, befand Schuster.

Eine überragende Vorstellung bot Schlierenzauer, der die Konkurrenz mit Sprüngen von 142 und 139,5 Metern deklassierte und den 17. Weltcupsieg seiner noch jungen Karriere feierte. Vierschanzentournee-Sieger Wolfgang Loitzl wies nach Versuchen von 136,5 und 135,5 Metern schon 15,1 Punkte Rückstand auf seinen erst 19 Jahre alten Landsmann auf. Dritter wurde der Finne Matti Hautamäki. „Hier kann man großartig springen“, befand Schlierenzauer.

In der Weltcup-Gesamtwertung liegt der Österreicher mit 1220 Zählern nun deutlich vor Ammann (1172). Hinter Loitzl (1061) ist Schmitt (568) weiter Vierter. „Schlierenzauer drückt dem Zirkus seit einigen Wochen den Stempel auf“, lobte Schuster. Begeistert zeigte sich der Bundestrainer auch von der Olympia-Anlage im zwei Autostunden von Vancouver entfernten Whistler. „Die Schanze ist hervorragend und liegt wunderbar in ein Tal eingebettet. Dadurch sind die äußeren Einflüsse ganz gut kontrollierbar. Es ist allerdings eine komplexe Schanze, die sowohl Absprungdynamik als auch Flugfähigkeiten verlangt“, sagte Schuster.

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