Dressur: Lisa Müller siegt überraschend, Thomas feiert mit

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Deutsche Presse-Agentur
Michael Rossmann

Thomas Müller jubelte enthusiastischer als bei einem Bundesliga-Tor. Der Bayern-Profi war völlig aus dem Häuschen, als seine Frau überraschend den Grand Prix bei Deutschlands größtem Hallenturnier gewann.

Die Dressurreiterin Lisa Müller feierte in Stuttgart bei ihrer 50. internationalen Prüfung ihren größten Erfolg und ließ mit dem Wallach Stand by me mehrere Weltklasse-Paare hinter sich. „Ich bin nervöser als auf dem Fußballplatz“, gestand der Ehemann, der mehrfach im Laufschritt über das Turniergelände eilte. So musste der Starkicker des FC Bayern München vor der Siegerehrung noch schnell die Gamaschen aus dem Stall holen. Rechtzeitig zur Ehrenrunde vor rund 4000 Zuschauern war der eifrige Ehemann zurück.

„Ich zitter“, sagte Lisa Müller mitten in ihrem ersten Interview nach dem unerwarteten Triumph. „Ich bin im Kopf noch nicht fertig mit der Prüfung“, erklärte die 30-Jährige ihre Aufregung. „Ich muss erstmal wieder klar denken können und es Revue passieren lassen.“

Die Reiterin konnte es selber nicht fassen, dass sie die „Dressurwelt auf den Kopf gestellt“ hatte, wie es die Interviewerin des Internetanbieters „clipmyhorse.tv“ voller Enthusiasmus ausdrückte. Das Ergebnis von 75,913 Prozent für ihren Ritt mit dem Wallach Stand by me hatte Lisa Müller außerhalb der Hanns-Martin-Schleyer-Halle über die Lautsprecher erfahren: „Ab da habe ich einen Filmriss.“

Ihr Ehemann, ihre Trainerin Isabell Werth und ihr Heimtrainer Götz Brinkmann waren ähnlich überrascht. „Die mussten es alle erstmal verstehen“, berichtete die Siegerin. Beim ersten Sieg ihrer internationalen Laufbahn, die erst 2014 begonnen hat, lag Lisa Müller vor der zweimaligen Vielseitigkeits-Olympiasiegerin Ingrid Klimke aus Münster mit Franziskus (75,413).

„Das war eine sehr gute Prüfung, nahezu fehlerlos“, kommentierte Bundestrainerin Monica Theodorescu. „Ich habe ja vor dem Turnier gesagt, dass es von Prüfung zu Prüfung besser wird.“ Dass Lisa Müller die Qualifikation für das German Master (Sonntag/9.30 Uhr) gewinnt, habe sie aber „auch überrascht“, gab die Bundestrainerin zu.

Unerwartet wie der Sieg war auch die Vorstellung von Werth, die zunächst selber reiten musste, bevor sie Lisa Müller betreute. Die erfolgreichste Reiterin der Welt kam mit Emilio (74,239) nur auf Rang fünf und kommentierte Platz eins ihrer Schülerin mit einem Grinsen: „Zumindest das hat heute geklappt.“

Auch bei der zweiten Dressur-Prüfung verpasste Werth den Sieg. Die erfolgreichste Reiterin der Welt musste sich in der Weltcupprüfung am späten Nachmittag mit Platz zwei begnügen. Die Kür gewann Jessica von Bredow-Werndl aus Tuntenhausen. Sie erhielt für den Ritt mit Dalera 88,440 Prozent und lag damit vor Werth mit Weihegold (87,240)

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