Drama um Mittermüller: Olympia für Snowboard-Rebellin vorbei

Lesedauer: 4 Min

Silvia Mittermüller nach ihrem Sturz unmittelbar vor dem Slopestyle-Finale.
Silvia Mittermüller nach ihrem Sturz unmittelbar vor dem Slopestyle-Finale. (Foto: Angelika Warmuth)
Deutsche Presse-Agentur

Silvia Mittermüllers erhoffte Olympia-Premiere endete schon vor dem Wettkampf dramatisch. Nach einer Hirnblutung im Herbst hatte sich die Freestyle-Snowboarderin für die Winterspiele in Pyeongchang qualifiziert, trotz Fiebers wollte die 34-Jährige am Montag bei schwierigen Bedingungen mit starken Windböen im Slopestyle-Finale starten. Doch im Training direkt vor dem ersten Lauf stürzte die Münchnerin und verletzte sich am rechten Knie – die Chance auf den Auftritt auf dem Kurs im Phoenix Snowpark war dahin.

Stunden später musste sie dann sogar all ihre Olympia-Ambitionen aufgeben. Die Münchnerin hatte sich bei ihrem Sturz einen Riss des Innenmeniskus zugezogen, der operiert werden muss. Bereits unmittelbar nach dem Unfall hatte sie wie andere Sportlerinnen kritisiert, dass das Rennen trotz heftiger Windböen überhaupt gestartet wurde. „Das war unverantwortlich“, hatte sie gesagt.

Von Windböe erfasst

Sie habe es mit ganzem Herzen trotz der schwierigen Situation und dem Wind und obwohl sie krank war probieren wollen, schrieb Mittermüller nach dem Stzurz auf Twitter. „War das die richtige Entscheidung? Ich weiß es nicht.“

Nach ihrem Sturz war die seit Jahren beste deutsche Freestylerin kurz liegengeblieben und dann humpelnd weggegangen. Sie wurde während des Wettkampfs und vor dem zweiten Olympiasieg der US-Amerikanerin Jamie Anderson zu ärztlichen Untersuchungen gebracht.

Im Finale, das um 75 Minuten nach hinten verschoben worden war, machten wechselnder Wind und heftige Böen den Athleten bei ihren Tricks und Sprüngen zu schaffen. Die Snowboard-Artistinnen stürzten reihenweise. „Es war ziemlich gefährlich. Man wusste nicht, was einen erwartet. Sie hätten es absagen oder verschieben sollen“, sagte die drittplatzierte Enni Rukajarvi aus Finnland.

Hirnblutung im Herbst erlitten

Olympiasiegerin Anderson reduzierte aus Vorsicht ihren Schwierigkeitsgrad. Ihr Lauf hätte sonst kaum fürs Finale gereicht, sei aber unter diesen Bedingungen gut gewesen, sagte die sie.

Den Kurs im Phoenix Snowpark hatte Mittermüller schon nach dem Training als knifflig, aber machbar beschrieben. „Ich bin nicht hier, um mich zu zerschießen, ich bin hier, um eine gute Zeit zu haben“, sagte die 34-Jährige. Sie wollte Olympia mit allen Sinnen zu „110 Prozent“ genießen. Schließlich wäre ihr die Teilnahme beinahe verwehrt geblieben, nachdem sie im Herbst schlimm auf den Kopf gefallen war und eine Gehirnblutung erlitten hatte.

Die Qualifikation am Sonntag war wegen Wetter-Kapriolen ausgefallen, Mittermüller erreichte ohne Vorläufe das Finale – sie wurde aber vom Fieber erwischt. In zwei Decken gehüllt lag die Olympia-Teilnehmerin am Sonntag im Bett, wollte sich davon aber nicht abhalten lassen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen