Draisaitl gewinnt mit Edmonton in Köln

Lesedauer: 5 Min
Leon Draisaitl
Der gebürtige Kölner Leon Draisaitl traf mit seinen Edmonton Oilers auf die Haie. (Foto: Rolf Vennenbernd / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Kristina Puck und Manuel Schwarz

Deutschlands bester Eishockeyspieler Leon Draisaitl hat bei seinem emotionalen NHL-Gastspiel in seiner Heimatstadt Köln mit den Edmonton Oilers einen knappen Testspielsieg gefeiert.

Das Familienduell mit Vater und Haie-Coach Peter Draisaitl gewann der 22 Jahre alte Nationalstürmer mit seinem Team bei den Kölner Haien 4:3 (1:0, 1:1, 1:2) nach Verlängerung.

„Es war viel geiler, als ich es mir vorgestellt habe. Es hat viel Spaß gemacht“, sagte Leon Draisaitl: „Ich denke, wir hätten uns mehr Tore erhofft. Aber die Jungs haben es gut gemacht. Manchmal muss man Komplimente machen.“

Der gebürtige Kölner Draisaitl, in der Domstadt frenetisch begrüßt, trug sich als Vorbereiter in die Scorerliste ein, erzielte selbst aber keinen Treffer. Gleich an der ersten erfolgreichen Aktion war der Ausnahmekönner vor 18.400 Zuschauern in der ausverkauften Arena beteiligt. Ein feines Zuspiel seines Teamkollegen nutzte Nationalstürmer und Edmonton-Neuzugang Tobias Rieder zum sehenswerten 1:0 (12. Minute).

Im Gegenzug nach einer großen Möglichkeit für die Haie leitete Superstar Connor McDavid den zweiten Treffer des klaren Favoriten durch Milan Lucic ein (28.). Das dritte Tor erzielte Ty Rattie (46.). Für die Kölner Haie glichen Jason Akeson (22.), Silbergewinner Moritz Müller (45.) und Ben Hanowski (53.) dreimal aus, ehe Ryan Strome in der Verlängerung den Siegtreffer für die Oilers besorgte.

Von einer Gala-Vorstellung war der Favorit aus der besten Liga der Welt drei Tage vor dem Auftakt der neuen Spielzeit weit entfernt, die Haie kamen zu mehreren vielsprechenden Chancen und waren kurz davor, Draisaitl die Rückkehr in die Heimat zu vermiesen. Die Oilers setzen im Anschluss an die Partie ihre Europa-Reise nach Göteborg fort, wo im Rahmen der Global Series am Samstag das erste reguläre Saisonspiel gegen die New Jersey Devils ansteht.

Draisaitl hatte den Auftritt in Köln als „einmaliges“ Erlebnis für sich und seine Familie bezeichnet. „Es fühlt sich merkwürdig an“, sagte er noch kurz vor dem Spiel über das Duell mit seinem Vater: „Es ist das erste Mal, dass ich gegen ihn spiele. Er war ein Idol, als ich aufgewachsen bin.“ Bundestrainer Marco Sturm sprach von einer „wunderschönen“ Geschichte: „Das ist ein Highlight, das würde sich jeder wünschen.“ Draisaitl genoss die Rolle als Fremdenführer ebenso wie Freunde und Bekannte zu treffen, wollte von einem lockeren Trip in die Heimat aber nichts wissen: Die Oilers brennen nach einem verpatzten NHL-Jahr auf Wiedergutmachung.

Bis 2009 hatte Draisaitl in der Haie-Jugend gespielt. 2012 ging es nach Übersee, wo er zu einem der hoffnungsvollsten Nachwuchscracks reifte und 2014 an dritter Stelle gedraftet wurde - so früh war noch nie ein Deutscher bei der NHL-Talenteziehung ausgewählt worden.

Zusammen mit Superstar McDavid sollte Draisaitl den Oilers eine ruhmreiche Zukunft bescheren, bei den Fans wurden sogar Erinnerungen wach an die große Edmonton-Zeit in den 80er Jahren mit Eishockey-Ikone Wayne Gretzky. In der Saison 2016/17 stürmten die Kanadier souverän und erstmals nach elf Jahren Pause in die Playoffs, schieden dort aber in der zweiten Runde aus. Im Vorjahr verpassten die Oilers dann deutlich und völlig unerwartet die K.o.-Phase.

„Viele Dinge sind falsch gelaufen“, sagte Draisaitl und versprach: „Wir wollen der Eishockey-Welt zeigen, dass die Saison vor zwei Jahren unser Standard ist.“

NHL-Statistik Tobias Rieder

NHL-Statistik Leon Draisaitl

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen