DOSB-Präsident Hörmann zur Opposition: „Normaler Prozess“

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Alfons Hörmann
Möchte als DOSB-Präsident wiedergewählt werden: Alfons Hörmann. (Foto: Michael Kappeler / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Andreas Schirmer

DOSB-Präsident Alfons Hörmann sieht trotz der sich im Kreis der Spitzenverbänden formierten Opposition gegen ihn einen großen Rückhalt für sich im Deutschen Olympischen Sportbund.

„Von einer ganzen Reihe von Verbänden und langjährigen Wegbegleitern habe ich ganz andere und sehr ermutigende Signale erhalten“, sagte er im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

Nachdem ihm zuletzt auch die Landessportbünde ihre Unterstützung zusagten, hatte er sich trotz des Gegenwindes im DOSB entschlossen, am 1. Dezember auf der Mitgliederversammlung in Düsseldorf erneut zu kandidieren. Der 58 Jahre alte Unternehmer sehe deshalb „der weiteren Entwicklung ganz gelassen“ entgegen, sagte er.

Bereits am Dienstag hat er auf der außerordentlichen Konferenz der Spitzenverbände in Frankfurt die Gelegenheit, sich der Opposition zu stellen. „Dann wird sich zeigen, wer welche Interessenslagen hat und wie sich wer positioniert“, sagte Hörmann. Als möglicher Gegenkandidat gilt Thomas Weikert, der Präsident des Tischtennis-Weltverbandes.

Dass sich eine Gegnerschaft im DOSB gebildet hat, habe Hörmann „weder enttäuscht noch verwundert“. Es sei Ausdruck der zahlreichen Veränderungsprozesse. „Es ist doch ein normaler Prozess und völlig in Ordnung bei 101 doch sehr unterschiedlichen Mitgliedsorganisationen unter dem Dach des DOSB, dass sich da eine Opposition bilden kann“, meinte Hörmann. Zur Kritik an seiner Amtsführung und seinem Umgang mit den Funktionärskollegen in den Verbänden sagte er: „Das müssen diejenigen beurteilen, die seit Jahren mit mir in meiner Rolle zusammenarbeiten.“

Als Hauptgrund für die Kritik an seiner Person sieht er selbst vor allem die von ihm initiierte und durchgesetzte Spitzensportreform, deren Folgen für Verbände nicht überall auf Freude und Zufriedenheit gestoßen ist. „Es waren fünf Jahre der Veränderungen und Reformen, bei denen naturgemäß nicht alles so gelaufen ist, dass es allen gefällt“, sagte Hörmann. „Bei strukturellen Anpassungen gibt es auch den einen oder anderen Verlierer. Und dass dann einige sagen, wir nützen die Chance einer Wahl und denken über Alternativen nach, ist legitim.“ Bei der Wahl im Dezember könne nun „ganz konkret geprüft werden, wie die Unterstützung und Zustimmung ist“.

Im Sommer hatte er in einem Interview offen Zweifel angemeldet noch einmal für das DOSB-Präsidentenamt zu kandidieren. Nach fünf Jahren im Amt habe er es „als wichtig und notwendig“ angesehen, sich die Frage selbstkritisch und ergebnisoffen zu beantworten, „ob die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen in einem Maß gegeben sind, dass man in dem wichtigen Amt für beide Seiten eine gute Zukunft für Sportdeutschland gestalten kann“. Hörmann: „Es muss für den Amtsinhaber genauso passen wie für diejenigen, die man vertritt.“

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