Dopingaffäre im Biathlon - Verdächtigte gesperrt

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Deutsche Presse-Agentur

Gut eine Woche vor der Weltmeisterschaft in Pyoengchang schlägt die Dopingaffäre um drei positiv getestete Biathleten weiter hohe Wellen.

Der deutsche Herren-Bundestrainer Frank Ullrich befürchtet sogar, dass durch die Vorwürfe „wieder eine ganze Sportart unter Verdacht fällt“. Es sei aber auch sehr gut, dass die schwarzen Schafe gefunden werden, sagte Ullrich, der am Sonntag mit der deutschen WM-Delegation nach Südkorea aufbricht.

Die Internationale Biathlon-Union (IBU) hatte bestätigt, dass beim Weltcup im schwedischen Östersund drei Biathleten positiv getestet worden waren. Die Sportler haben inzwischen die Öffnung der B-Proben beantragt, die schon am Wochenende und damit eine Woche vor WM-Beginn erwartet wird. Am Donnerstag wurden die Sportler von der IBU den Antidopingregeln des Verbandes entsprechend vorsorglich gesperrt, weil in den positiven A- Proben „nicht-spezifische Substanzen“ der Verbotsliste der Welt-Anti- Doping-Agentur WADA gefunden worden waren.

Nach Angaben der russischen Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ sollen die positiven Proben drei russischen Top-Biathleten zuzuordnen sein: Der im Weltcup führenden Ekaterina Jurjewa, der viermaligen Weltmeisterin Albina Achatowa und dem zweimaligen Staffel-Weltmeister Dmitri Jaroschenko. Nach Angaben des Internetportals „life.ru“ hat Jaroschenko inzwischen seine Unschuld beteuert. „Ich schwöre, dass ich nie im Leben gedopt habe“, sagte der 32-Jährige, der für Dinamo Nowosibirsk startet.

Bestätigt die B-Probe den positiven Befund, droht dem Trio eine Sperre von zwei Jahren und damit der Ausschluss von der WM und den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver. „Man muss keine antirussische Verschwörung suchen, es wurden schon Finnen und der für Spanien startende Deutsche Johann Mühlegg disqualifiziert. Für Doping drohen drakonische Strafen“, schrieb die Zeitung „Gazeta“ und folgerte: „Wenn nicht das Wunder geschieht, dass A- und B-Probe nicht übereinstimmen, wird Russland für die WM und die Olympischen Spiele drei glänzende Sportler durch Sperren verlieren.“

„Ich glaube immer noch, dass es Einzel-Betrugsfälle sind und hoffe, dass es kein Flächenbrand wird wie im Radsport“, erklärte Ullrich. Es sei sehr gut, dass „die Kontrollsysteme immer besser greifen würden, vor allem die intelligenten Kontrollen abseits der Wettkämpfe“. Sollte es sich, wie von IBU-Präsident Anders Besseberg in russischen Medien geäußert, wirklich um eine neue Generation von Dopingmitteln handeln, „dann zeigen die positiven Proben, dass die Dopingfahnder wieder einen Schritt näher gekommen sind. Und das ist gut so.“

In der deutschen Mannschaft sei ebenfalls intensiv über die Problematik diskutiert worden, berichtete der Bundestrainer. „Auch über Leistungsexplosionen bei Sportlern wie bei Jaroschenko im vergangenen Jahr.“

Mit Blick auf den Russen Maxim Tschudow, der sich über einen Besuch der Doping-Kontrolleure kurz vor Mitternacht aufregte, hatte der dreimalige Olympiasieger Michael Greis im Januar beim Weltcup in Oberhof erklärt: „Ich bin froh über jede Kontrolle, ganz egal zu welcher Zeit und an welchem Ort. Je lückenloser kontrolliert wird, um so größer die Chance, dass mögliche Doper auffliegen.“

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