Doping: Sportmanager Matschiner festgenommen

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Deutsche Presse-Agentur

Österreichs Justizbehörden greifen gegen mutmaßliche Doping-Sünder durch. In der Nacht zum 31. März nahmen Mitglieder einer „Sonderkommission Doping“ den Sportmanager Stefan Matschiner fest, der in der Vorwoche von einer wegen Dopings gesperrten Athletin schwer belastet worden war.

„Es besteht der dringende Verdacht der Weitergabe von Doping-Mitteln“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Gerhard Jarosch. Matschiner soll unter anderem von dem wegen Dopings gesperrten Radrennfahrer Bernhard Kohl massiv belastet worden sein.

Nach Informationen der Staatsanwaltschaft Wien hat Matschiner möglicherweise „bis in die jüngste Vergangenheit“ mit verbotenen Substanzen gehandelt, sagte Jarosch. Dieser Vorwurf beziehe sich auch auf den Zeitraum nach Inkrafttreten des neuen Anti-Doping-Gesetzes im vergangenen Jahr, nach dem die Weitergabe von Blutdoping-Mitteln mit Gefängnis von bis zu fünf Jahren bestraft werden kann. Die Wiener „Soko Doping“ habe ermittelt, „dass Matschiner noch im letzten Dreivierteljahr mit Doping-Mitteln gehandelt haben könnte“. Matschiner hatte unter anderem den im Vorjahr des Dopings überführten und inzwischen gesperrten Radrennfahrer Bernhard Kohl betreut.

Wie Staatsanwalt Jarosch bestätigte, hat der für zwei Jahre gesperrte Radrennfahrer Kohl inzwischen seinen ehemaligen Manager Matschiner schwer belastet. Kohl habe im Beisein seines Anwalts vor der „Soko Doping“ umfassend gegen Matschiner ausgesagt und ihn unter anderem der strafbaren Weitergabe von Doping-Mitteln bezichtigt.

Sportmanager Matschiner hat nach Angaben seines Anwaltes die Beteiligung an Bluttransfers für den ehemaligen Radprofi Bernhard Kohl eingeräumt. Matschiner habe aber zugleich angegeben, dass er keine Dopingpräparate wie EPO an die Triathletin Lisa Hütthaler und Kohl weitergegeben habe, sagte Matschiners Anwalt Franz Essl der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

„Bei der umfassenden Hausdurchsuchung im Wohnhaus von Matschiner in Laakirchen wurden nach Angaben der Ermittler aber keine Dopingmittel oder Ähnliches vorgefunden“, sagte Essl. Das Landesgericht für Strafsachen in Wien werde vermutlich an diesem Mittwoch über die Verhängung der U-Haft über Matschiner entscheiden. Matschiner hatte unter anderen den im Vorjahr des Dopings überführten und inzwischen gesperrten Radrennfahrer Kohl betreut.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sind der Polizei durch die jüngsten Ermittlungen inzwischen „mehrere Sportler“ bekannt, die Matschiner mit verbotenen Substanzen beliefert haben soll. Die wegen Dopings bereits gesperrte österreichische Triathletin Lisa Hütthaler hatte in der Tageszeitung „Kurier“ Matschiner als Lieferanten für die Droge EPO genannt. Matschiner selbst hat Doping-Verwicklungen stets dementiert.

Unklar ist weiterhin, ob die Vorwürfe gegen Matschiner im Zusammenhang mit dem bereits in Untersuchungshaft sitzenden Ex-Nationaltrainer Walter Mayer oder dem ebenfalls der Weitergabe von EPO verdächtigen Wiener Kinderkrebsarztes Andreas Zoubek standen.

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