DLV: Kein Zweifel an Bayers Rekordsprung

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Deutsche Presse-Agentur

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat keinerlei Zweifel daran, dass der Supersatz über 8,71 Meter von Weitspringer Sebastian Bayer rechtmäßig war.

„Wir haben keinen Anlass, daran zu zweifeln. Einen offiziellen Protest gibt es nicht. Das einzige, was uns bekannt ist, ist, dass der spanische Verbandspräsident an der Weite zweifelt“, sagte DLV-Pressesprecher Peter Schmitt der Deutschen Presse-Agentur dpa. José María Odriozola hatte die Vermutung geäußert, dass ein Kampfrichter möglicherweise falsch gemessen habe. Die Weite von 8,71 Meter sei ihm „unglaubwürdig“ vorgekommen.

Bayer hatte bei den Hallen-Europameisterschaften in Turin den zehn Jahre alten Europarekord des Spaniers Yago Lamela um 15 Zentimeter übertroffen. Damit ist der 22 Jahre alte Bremer zum zweitbesten „Hallenspringer“ hinter Weltrekordler Carl Lewis aus den USA (8,79 Meter) aufgestiegen. Ein Protest hätte nach Regel 146.2 des Weltverbandes IAAF spätestens 30 Minuten nach Wettkampf-Ende erfolgen müssen. Dies war aber nicht geschehen. „Ich habe das Gefühl, dass - abgesehen von den Vorzügen der Anlaufbahn - es hier einen Messfehler gegeben hat“, sagte Odriozola.

Er habe im Oval Lingotto selbst in der Nähe der Weitsprung-Grube gesessen. „Einer der Kampfrichter war ein älterer Herr, der schon vorher den ganzen Tag ständig falsch gemessen hatte.“ An der Weitsprung-Grube hatte es bei einigen anderen Sprüngen Diskussionen gegeben, ob der Athlet am Brett übergetreten war. Bayer - dies zeigen Fernsehbilder eindeutig - hatte beim Absprung sogar noch einige Zentimeter verschenkt.

Im Weitsprung hatte es schon einmal einen Mess-Skandal gegeben: Dem Italiener Giovanni Evangelisti waren bei der WM 1987 in Rom 8,38 Meter und die Bronzemedaille zugesprochen worden. Dabei lag sein Sprung etwa bei 7,80 Meter. Nach DLV-Angaben gab es damals auch sofort einen Protest gegen die Wertung. Anhand von Fernsehbildern und biometrischen Daten wurde nachgewiesen, dass Evangelisti nicht so weit gesprungen war. An der Aufklärung des Falls war damals der Mainzer Helmar Hommel beteiligt. Im Fall Bayer, sagte Hommel der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, sei auf den TV- Aufnahmen anhand der Tafel mit den Weitenangaben und im Vergleich mit der blauen Linie, die die bisherige Bestweite anzeigt, nachvollziehbar, dass die Weite in etwa stimme.

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