Djokovic gewinnt zum neunten Mal die Australian Open

Deutsche Presse-Agentur
Kristina Puck

Im denkwürdigen Moment seines einzigartigen neunten Australian-Open-Titels ließ sich Novak Djokovic auf den blauen Hartplatz fallen und streckte Arme und Beine von sich.

„Ich möchte der Rod-Laver-Arena danken. Ich liebe dich jedes Jahr mehr und mehr. Die Liebesbeziehung geht weiter“, sagte der einfach nicht schlagbare Melbourne-Champion. Mit einem seligen Lächeln hielt der 33-Jährige nach seiner Machtdemonstration und dem erstaunlich einseitigen 7:5, 6:2, 6:2 im Endspiel gegen den zunehmend frustrierten Herausforderer Daniil Medwedew den Norman Brooks Challenge Cup in den Händen.

Seine Fans auf den etwa zur Hälfte gefüllten Rängen feierten ihn mit serbischen Flaggen sowie „Nole, Nole“-Rufen und ließen den dominanten Spieler der Australian-Open-Geschichte mit ihrer Autogrammjagd nicht so schnell von seinem Lieblingsplatz gehen. Gnadenlos hatte der Serbe den Erfolgslauf des 25-jährigen Russen beendet, der zuvor 20 Partien nacheinander gewonnen hatte, und schaffte seinen nächsten Titel-Hattrick in Australien.

Es sei eine Frage der Zeit, wann Medwedew seinen ersten Grand-Slam-Titel gewinne, sagte Djokovic. Aber er solle doch noch ein paar Jahre warten, fügte er verschmitzt hinzu. Die Debatte, wann endlich ein Spieler der inzwischen nicht mehr ganz so jungen Nachfolge-Generation einen Vertreter des prägenden Herren-Trios Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer in einem der wichtigsten Endspiele bezwingen kann, wird weitergehen.

Mit seinem 18. Grand-Slam-Titel rückte der Serbe näher an die Bestmarken seiner Rivalen Federer und Nadal heran, die jeweils 20 haben. Die Hälfte aller seiner nun 18 Grand-Slam-Titel hat der Weltranglisten-Erste bei den Australian Open gewonnen. Aller Skepsis zum Trotz erteilte der 33 Jahre alte Topstar dem acht Jahre jüngeren Medwedew eine Lehrstunde.

Zum zweiten Mal hat Djokovic in der Millionen-Metropole am Yarra River dreimal in Serie triumphiert. 2008, 2011, 2012, 2013, 2015, 2016, 2019 und 2020 hatte er den Norman Brooks Challenge Cup ebenfalls in den Händen gehalten. All seine Endspiele in der Rod-Laver-Arena hat er gewonnen. Djokovic kassierte ein Preisgeld von rund 1,8 Millionen Euro.

„Es ist nie einfach, zu reden, wenn du gerade ein Grand-Slam-Finale verloren hast. Aber ich versuche mein Bestes, hoffentlich wird es besser als auf dem Platz“, sagte der neue Weltranglisten-Dritte Medwedew, dem viele eine ernsthafte Chance zugetraut hatten: „Ich wollte das Match wirklich länger und unterhaltsamer gestalten, aber heute war nicht mein Tag. Medwedew ließ die Chance aus, seine zuletzt bestechende Form für seinen ersten großen Titel zu nutzen.

In der mit 7426 Zuschauern etwa zur Hälfte gefüllten Rod-Laver-Arena reichte Medwedew im Finale nicht an das heran, was von ihm erwartet worden war. Djokovic dominierte überraschend einseitig den Beginn, nach nur acht Minuten stand es 3:0. Von seiner Bauchmuskelverletzung, die ihn im Turnierverlauf nicht unantastbar wirken ließ, war nichts zu spüren. Zunächst ließ sich Medwedew vom Rückstand nicht irritieren und glich wieder aus. Doch ein leichter Vorhandfehler sicherte Djokovic den ersten Satzgewinn.

Nach einem noch recht ausgeglichen ersten Durchgang war der 33-jährige Serbe dann viel zu stark für seinen Kontrahenten. Beim russischen 1,98 Meter großen Schlaks wuchs der Frust, bei 2:5 zerstörte er wütend seinen Schläger. Der 25-Jährige wirkte dem Druck nicht gewachsen. In seinem ersten Major-Finale bei den US Open 2019 hatte Medwedew gegen Nadal mit 0:2-Sätzen zurückgelegen und den Favoriten noch in den fünften Durchgang gezwungen. Diesmal erteilte Djokovic ihm eine Lektion - und die Dominanz der prägenden Figuren im Herren-Tennis geht weiter. Beim ersten Matchball nach weniger als zwei Stunden rannte Djokovic ans Netz und zeigte mit einem komplizierten Schmetterball noch einmal all seine Klasse.

Djokovoc ist nun der zweite Spieler der Tennis-Historie, der bei einem Grand-Slam-Turnier mindestens neun Titel gewonnen hat. Den einzigen Major-Titel, der in den vergangenen vier Jahren nicht an Djokovic, Nadal oder Federer gegangen war, sicherte sich im vergangenen September Dominic Thiem. Der Österreicher gewann im Endspiel gegen Alexander Zverev, nachdem sich Djokovic selbst aus dem Turnier genommen hatte, weil er mit dem Ball unabsichtlich eine Linienrichterin traf und disqualifiziert wurde.

© dpa-infocom, dpa:210221-99-530361/5

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