Die Siegesserie endet spektakulär

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„Ich hab dich fest im Blick“, scheint sich Towerstars-Stürmer Robbie Czarnik in dieser Szene am Freitagabend gegen Heilbronns Pa
„Ich hab dich fest im Blick“, scheint sich Towerstars-Stürmer Robbie Czarnik in dieser Szene am Freitagabend gegen Heilbronns Patrick Kurz gedacht zu haben. (Foto: Felix Kästle)
Sportredakteur

Ein Startdrittel mit sieben Treffern, am Ende zwölf Tore und ein 7:5-Sieg für den EC Bad Nauheim. Die Partie der Ravensburg Towerstars am Sonntag bei den Hessen war spektakulär – vor allem für die Zuschauer. Trainern bereiten solch torreiche, teils vogelwilde Spiele meist weniger Freude. Sachlich nüchtern, wie Towerstars-Trainer Jiri Ehrenberger aber nunmal ist, meinte nach der ersten Saisonniederlage seiner Mannschaft in der Deutschen Eishockey-Liga 2 schlicht: „Die Niederlage geht in Ordnung.“

Es war nach dem perfekten Start mit sieben Siegen aus sieben Spielen die erste Niederlage für Ravensburg. Wobei die Towerstars schon am Freitagabend gegen die Heilbronner Falken den ersten Punkt abgegeben hatten. Allerdings war es nach dem 3:2-Sieg nach Verlängerung sowohl für die Profis als auch den Großteil der rund 2850 Zuschauer in der Eissporthalle eher ein zweiter Punktgewinn als ein Punktverlust. Denn die Heilbronner hielten bis wenige Sekunden vor Schluss ihre 2:1-Führung. „Heilbronn hat das sehr gut gemacht“, lobte Ehrenberger.

Die Towerstars hatten jede Menge Chancen, in der DEL2-Statistik wurden später 52 Torschüsse für die Oberschwaben, aber nur 35 für die Falken notiert. Kein Wunder also, dass aufseiten der Heilbronner Goalie Mirko Pantkowski zum besten Spieler des Tages auserkoren wurde. Zahlreiche starke Paraden schienen die Towerstars fast zur Verzweiflung und zur Niederlage zu führen, ehe Kapitän Vincenz Mayer in der Schlussminute mit dem 2:2 doch noch für die Verlängerung sorgte. In dieser hatten zunächst Robbie Czarnik und Pawel Dronia den Sieg für Ravensburg auf dem Schläger, ehe Towerstars-Goalie Jonas Langmann seine Mannschaft gegen Justin Kirsch im Spiel hielt. Ilkka Pikkarainen und Dronia sorgten dann für den Sieg und den Zusatzpunkt für die Towerstars.

Damit waren zwei Ravensburger maßgeblich am Sieg in der Verlängerung beteiligt, die auch während der vorangegangenen 60 Minuten zu den auffälligsten Spielern auf dem Eis zählten. Langmann stand seinem Gegenüber Pantkowski in nichts nach und wurde als bester Towerstars-Spieler mit einer Schachtel Kekse belohnt. „Er hat sehr stark gehalten“, lobte Ehrenberger seinen Goalie. Und Pikkarainen tat das, wofür ihn die Towerstars (auch) verpflichtet haben. Wenn der Finne auf dem Eis war und der Puck Richtung Heilbronner Tor flog, konnte man sicher sein, dass Pikkarainen mittendrin war. „Er weiß, wie vor dem Tor gearbeitet werden muss“, sagte Ehrenberger. „Er ist sehr erfahren und sehr wichtig in solchen Spielen.“ Anders formuliert: Pikkarainen lässt sich von Gegenspielern nichts gefallen und ist für kleine Sticheleien immer zu haben.

Klar war, dass die Siegesserie der Towerstars irgendwann reißen musste. So blieben Czarnik, Pikkarainen oder auch der Topscorer Andreas Driendl in Bad Nauheim blasser als in den Partien zuvor. Die Hessen um die Ex-Ravensburger Max Brandl, Radek Krestan und Dennis Reimer dagegen freuten sich über ein perfektes Wochenende – inklusive des Derbysiegs gegen die Löwen Frankfurt. „So stelle ich mir ein Wochenende vor“, freute sich Bad Nauheims Trainer Christof Kreuzer. „Die Jungs haben an sich geglaubt und wie schon in Frankfurt den Matchplan über 60 Minuten durchgezogen.“ Das konnte Ehrenberger von seinem Team nicht behaupten.

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