Die neue Kandahar vor der Premiere

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Schwäbische Zeitung

Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Die erneuerte Kandahar-Strecke in Garmisch-Partenkirchen feiert Premiere im alpinen Ski-Weltcup. Die alte Piste war seit vielen Jahren Bestandteil des des Rennkalenders.

Bei den Weltmeisterschaften 2011 in Garmisch-Partenkirchen werden die Disziplinen Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Super-Kombination der Damen und Herren sowie der Team-Wettbewerb auf den Pisten der Kandahar ausgetragen. Die Slalom-Rennen werden auf dem Gudiberg gefahren.

Benannt wurde die Strecke letztlich nach der Stadt Kandahar in Afghanistan. Frederick Roberts, ein Kommandant der britischen Streitmacht, befreite 1879 im zweiten afghanischen Krieg britische Truppen und wurde zum „Baron Roberts of Kandahar“ benannt. Im Jahr 1911 stiftete er einen Pokal für ein Skirennen mit dem Namen „Challenge Roberts of Kandahar“. Die Idee des Abfahrtsrennens wurde weiter entwickelt und über Umwege kam in den 50er Jahren auch Garmisch-Partenkirchen in den Reigen der „Kandahar“-Rennen.

Für Damen und Herren gibt es auf der neuen Strecke weitgehend separate Kurse. Wettkämpfe, Training, Besichtigung und Präparation können so unabhängig voneinander terminiert und abgehalten werden. Die Um- und Ausbauarbeiten an der ursprünglichen Kandahar wurden im Herbst 2008 weitgehend abschlossen.

Die Herren-Abfahrt startet in 1690 Metern Höhe, das Ziel liegt 770 Meter hoch. Die Strecke ist in ihrem fertigen Zustand 3300 Meter lang, die erwartete Laufzeit soll dann zwischen 1:45 und 1:50 Minuten betragen. Weil ein Tunnel im Startbereich noch nicht fertiggestellt ist, wird erst im kommenden Jahr auf der kompletten Strecke gefahren. Diesmal wird verkürzt gestartet. Mit zunehmender Streckenkenntnis soll die Laufzeit auch schneller werden.

Der Start der Damen-Abfahrt liegt in 1490 Metern Höhe, das Ziel ist dasselbe wie bei den Herren. Diese Strecke ist 2920 Meter lange, die Laufzeit wird rund 1:40 Minuten betragen.

Der rund 12 Millionen Euro teure Bau der neuen und der Umbau der alten Kandahar war bei Umweltschützern auf massive Kritik gestoßen, weil dafür Bergwald gerodet werden musste. „Es wurde genau die Fläche gerodet, die genehmigt wurde“, sagte OK-Chef Fischer.

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