DFB weist im Fall Özil Rassismus-Vorwurf zurück

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Der Fußballer Mesut Özil ist zurückgetreten wegen der Rassismus-Debatte. Was halten die Biberacher davon? Wir haben uns umgehört.
Deutsche Presse-Agentur

Nach dem aufsehenerregenden Rücktritt Mesut Özils aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zu den Vorwürfen des Fußballspielers Stellung genommen.

Hier der Wortlaut in Auszügen

Zur Leistung Özils für die Nationalmannschaft:

„Er hat eine erfolgreiche Ära mitgeprägt, auf und gerade auch neben dem Platz. Er hatte entscheidenden Anteil daran, dass Deutschland 2014 in Brasilien Weltmeister geworden ist. Deshalb ist und bleibt der DFB Mesut Özil für seine herausragenden Leistungen im Trikot der deutschen Nationalmannschaften sehr dankbar.“

Zu den Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan:

„Die Bilder mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan haben (...) bei vielen Menschen in Deutschland Fragen aufgeworfen. Dass der DFB im Umgang mit dem Thema dazu auch einen Beitrag geleistet hat, räumen wir selbstkritisch ein. Und dass Mesut Özil das Gefühl hatte, als Ziel rassistischer Parolen gegen seine Person nicht ausreichend geschützt worden zu sein, wie es bei Jerome Boateng der Fall war, bedauern wir. Es war aber wichtig, dass Mesut Özil, wie vor ihm bereits Ilkay Gündogan, mit Blick auf dieses Foto Antworten gibt, unabhängig vom sportlichen Ausgang des Turniers in Russland. Im DFB gewinnen und verlieren wir zusammen, alle, als ein Team.“

Zu den Rassismus-Vorwürfen gegen den DFB:

„Dass der DFB mit Rassismus in Verbindung gebracht wird, weisen wir aber mit Blick auf seine Repräsentanten, Mitarbeiter, die Vereine, die Leistungen der Millionen Ehrenamtlichen an der Basis in aller Deutlichkeit zurück. Der DFB engagiert sich seit vielen Jahren in hohem Maße für die Integrationsarbeit in Deutschland.“

„Der DFB bedauert den Abschied von Mesut Özil aus der Nationalmannschaft. Das ändert aber nichts an der Entschlossenheit des Verbandes, die erfolgreiche Integrationsarbeit weiter konsequent und aus tiefer Überzeugung fortzusetzen.“

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