DFB-Frauen verpassen Finale beim Algarve-Cup

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Deutsche Presse-Agentur

Mit der ersten Niederlage gegen Schweden seit sieben Jahren hat die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft das Finale beim Algarve-Cup verpasst.

Der Welt- und Europameister unterlag nach schwacher erster Spielhälfte im „Endspiel“ um den Gruppensieg dem Dauerrivalen aus Skandinavien in Faro knapp mit 2:3 (0:3) und musste auf dem Weg zur Europameisterschaft (23. August bis 10. September) in Finnland den ersten Rückschlag hinnehmen.

Als Zweiter der Gruppe A trifft die DFB-Elf im Spiel um Platz drei in Faro auf Island oder Dänemark. Nach den Toren von Nilla Fischer (26.) und Lotta Schelin (36./38.) schien die Partie früh zu Gunsten des Vize-Weltmeisters von 2003 entschieden. Doch nach dem Wechsel sorgten die eingewechselte und leicht grippegeschwächte Inka Grings (76.) sowie Kim Kulig (81.) mit ihrem zweiten Turniertor noch für große Spannung. Schon ein Remis hätte der DFB-Elf genügt, um zum dritten Mal ins Finale einzuziehen, das nun Schweden und die USA bestreiten.

„Schade, Schweden hatte zehn starke Minuten, wir zehn schwache. Da haben wir viele Fehler gemacht, daraus müssen wir lernen. Am Ende aber haben wir aber Moral bewiesen, sind gut zurückgekommen und hätte das Spiel fast noch gedreht“, sagte Cheftrainerin Silvia Neid, die sich über das zweite Turniertor der erst 18-jährigen Kulig freute. „Es ist immer schön, ein Tor zu erzielen. Aber ich habe auch ein wenig Glück gehabt“, gab die HSV-Spielerin zu, die bei ihren Distanzschuss von einen Fangfehler der schwedischen Torhüterin profitierte.

Lange Zeit konnte das DFB-Team vor rund 200 Zuschauern im Algarve-Stadion nicht an die Leistungen bei den Siegen gegen Finnland (2:0) und China (3:0) anknüpfen. Fast nach Belieben spielten sich die quirligen Schwedinnen durch das deutsche Mittelfeld und stellten die wackelige Abwehr vor Probleme. Nach feiner Kombination traf Fischer zum 1:0, beim zweiten Treffer nutzte Schelin einen Abwehrfehler von Innenverteidigerin Saskia Bartusiak. Nur zwei Minuten später düpierte Schelin Welttorhüterin Nadine Angerer nach einem Konter mit einem Schuss durch die Beine.

Der deutschen Offensive gelang ohne die zuletzt an einem grippalen Infekt erkrankte Top-Stürmerin Grings, die erst in der 68. Minute eingewechselt wurde, lange nahezu nichts. Bis zur Pause sprang keine Torchance heraus. Die von einer Oberschenkelblessur genesene Linda Bresonik sorgte mit einem Distanzschuss (66.) dann für erste Gefahr, ehe Grings das 43. Länderspieltor gelang. Nach Kuligs Anschlusstor wurde es in der Schlussphase noch einmal spannend. Doch am Ende brachte Schweden den ersten Sieg über den zweimaligen Weltmeister Deutschland seit dem 2:1-Erfolg am 7. März 2002 im „kleinen Finale“ des Algarve-Cups an selber Stelle über die Zeit.

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