DFB-Frauen starten mit 1:1 gegen China ins EM-Jahr

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Deutsche Presse-Agentur

Sechs Monate vor der Fußball-Europameisterschaft in Finnland hat die deutsche Frauen-Nationalmannschaft den ersten Schritt zur angestrebten Titelverteidigung unternommen.

Im ersten Länderspiel des Jahres kam die ersatzgeschwächte DFB-Elf in Bielefeld gegen China jedoch nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Vor 17 326 Besuchern in der Schüco-Arena gelang Duisburgs Torjägerin Inka Grings ein vielversprechendes Comeback. Die 30 Jahre alte Stürmerin brachte Deutschland in der 2. Minute in Führung. Den glücklichen Ausgleich für China schaffte Li Wen (20.) mit einem Abstaubertor.

„Ich bin sehr zufrieden. Diese junge Mannschaft hat mit sehr viel Leidenschaft gespielt - alle Spielerinnen, das hat mit gut gefallen“, urteilte Bundestrainerin Silvia Neid mit einem Lächeln im Gesicht. Inka Grings war dagegen trotz ihres Tores „nicht ganz zufrieden“ mit ihrem Auftritt. „Ich hätte noch ein zweites Mal treffen und wir die Partie dem Spielverlauf nach gewinnen müssen“, begründete sie.

Fünf Tage vor der Abreise zum Algarve-Cup in Portugal zeigte der zweifache Weltmeister einige gute Ansätze, wenngleich im Spielaufbau, der Präzision und dem Ausnutzen der Torchancen noch Luft nach oben bleibt. Auch ohne die fünf verletzten Weltmeisterinnen Birgit Prinz, Annike Krahn, Ariane Hingst, Simone Laudehr und Kerstin Stegemann erwischte die deutsche Auswahl einen Start nach Maß. Dreieinhalb Jahre nach ihrem letzten Spiel im DFB-Dress am 20. Oktober 2005 markierte Grings schon nach 90 Sekunden die frühe Führung für die stark verjüngte DFB-Elf. Nach einer Viertelstunde hätte ihre Duisburger Teamkollegin Linda Bresonik sogar das 2:0 erzielen können. Doch der Kopfball der neuen Spielmacherin strich über die Latte. Ein Schuss von Melanie Behringer (17.) verfehlte das Ziel ebenso knapp.

Die Asiatinnen fingen sich nach 20 Minuten und kamen prompt - wenn auch glücklich - zum Ausgleich. Eine scheinbar verunglückte Flanke von Angreiferin Xu Yuan segelte über Torhüterin Nadine Angerer hinweg aus spitzem Winkel an den Innenpfosten, so dass Li Wen den Ball mit dem Knie über die Linie drücken konnte. Ansonsten stand die neu formierte deutsche Abwehr weitgehend sicher. Kurz vor der Pause wurde der Druck der Weltmeisterinnen wieder größer. Die laufstarke und fleißige Bundesliga-Toptorjägerin Grings scheiterte freistehend an Chinas herausstürzender Torfrau Zhang Yanru. Ein Lupfer von Kerstin Garefrekes schrich knapp am Tor vorbei. Zudem traf die eingewechselte Martina Müller in der zweiten Hölfte zweimal das Aluminium.

Nach dem Wechsel testete Neid die Youngster Kim Kulig (Hamburger SV) und Bianca Schmidt (Turbine Potsdam). Beide Debütantinnen gehörten zur U 20-Auswahl, die im Vorjahr in Chile WM-Bronze gewonnen hatte. „Ich will sehen, wie sich die jungen Spielerinnen auf diesem Niveau mit dem höheren Tempo zurecht kommen“, sagte Neid mit Blick auf die EM im August in Finnland und die WM 2011 in Deutschland.

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