DFB-Frauen beim Algarve-Cup Vierte

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Deutsche Presse-Agentur

Frauenfußball-Weltmeister Deutschland hat das Turnier um den Algarve-Cup nur mit dem vierten Platz abgeschlossen, schaut aber zuversichtlich in die Zukunft. Die DFB-Auswahl unterlag in Faro im „kleinen Finale“ um Platz drei Dänemark mit 0:1 (0:1).

Vor rund 300 Zuschauern im Algarve-Stadion verlor die müde wirkende junge Elf nach einem Stellungsfehler der Abwehr durch ein Tor von Julie Rydahl-Bukh (42.). Große Sorgen muss sich Cheftrainerin Silvia Neid im Hinblick auf die Europameisterschaft (23. August bis 10. September) in Finnland aber nicht machen, weil in Portugal einige Leistungsträgerinnen fehlten.

Neid zog im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa ein positives Turnier-Fazit. Sie sei insgesamt sehr zufrieden, weil sie wichtige Erkenntnisse gesammelt habe. „Mit der Platzierung kann ich leben. Wir haben hier gut gearbeitet. Alle Spielerinnen haben sich voll reingehängt und sowohl im Training als auch in den Spielen Einsatz und Leidenschaft gezeigt. Aus den Fehlern werden wir lernen“, sagte die 44-Jährige, auch wenn ihre Elf nach Siegen gegen Finnland (2:0) und China (3:0) zwei knappe Niederlagen gegen Schweden (2:3) und Dänemark (0:1) hinnehmen musste.

Besonderes Lob von Neid erhielten Nationalelf-Rückkehrerin Inka Grings und Senkrechtstarterin Kim Kulig. „Kim ist die Gewinnerin der Reise. Sie hat mir schon in Bielefeld gegen China gut gefallen und hat sich in Portugal weiter in den Vordergrund gespielt. Trotz ihrer Jugend ist sie schon eine richtige Persönlichkeit“, schwärmte Neid von der erst 18 Jahre alte Mittelfeldspielerin des Hamburger SV. Die robuste und schussstarke Kulig wurde in allen fünf Länderspielen des Jahres eingesetzt und erzielte an der Algarve gegen China und Schweden ihre ersten beiden Länderspieltore. Neid hält sogar den Vergleich mit der dreimaligen Weltfußballerin Birgit Prinz nicht für unzulässig: „Die beiden ähneln sich schon. Kim hat eine ähnliche Statur, ist sehr dynamisch und hat einen sehr gute Technik.“

Groß ist auch die Freude darüber, dass die Wiedereingliederung der Duisburger Stürmerin Grings gelungen ist. Dreieinhalb Jahre gehörte sie nicht zum DFB-Kader, doch nun ist die 30-Jährige schon wieder eine feste Größe und ein „klasse Charakter“, auf den Neid nicht verzichten will. „Inka verhält sich vorbildlich, auch außerhalb des Spielfeldes. Sie ist total fit, schnell, torgefährlich und übt Druck auf den Gegner aus. Und sie ist sehr wichtig für unsere jungen Spielerinnen“, lobte Neid die EM-Torschützenkönigin von 2005.

Bei der geplanten EM-Titelverteidigung geht Neid angesichts wachsender Alternativen keine Kompromisse ein und nimmt keine Rücksicht auf „große Namen“ und „frühere Verdienste“. Zwar hat sie die wegen Verletzungen oder Trainingsrückstand zurzeit fehlenden Weltmeisterinnen Prinz, Kerstin Stegemann, Ariane Hingst, Simone Laudehr und Annike Krahn natürlich nicht abgeschrieben. Aber Erbhöfe gebe es nicht, alles hänge von deren Fitness ab. Neid: „Klar bleibt für diese Spielerinnen die Tür offen. Aber auch sie müssen sich erstmal in den Kader spielen. Egal, ob alt oder jung. Bei mir zählt nur die Leistung. Zur EM fahren die Besten.“

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