Deutscher Freiwasser-„Traum“ von vier Olympia-Tickets

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Zum Auftakt der Wettbewerbe holt der Ungar Kristof Rasovszky über fünf Kilometer den Sieg. (Foto: Mark Schiefelbein/AP / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Thomas Eßer und Christian Kunz

Die Ouvertüre der deutschen Freiwasserschwimmer im Nieselregen ließ Luft nach oben, auf die Laune von Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz wirkten sich die Ergebnisse im Fünf-Kilometer-Rennen trotzdem nicht negativ aus.

Nach Platz 18 von WM-Debütant Niklas Frach und dem 23. Rang von Sören Meißner richtete Lurz im grauen südkoreanischen Yeosu am Samstag gleich den Blick auf Teil eins des Showdowns um die Olympia-Tickets am nächsten Morgen und seinen „Wunschtraum“.

Über zehn Kilometer haben Leonie Beck und Finnia Wunram laut Lurz „das Potenzial“, die ersten beiden von vier möglichen Tokio-Teilnahmen in ihrer Disziplin zu buchen. Am Dienstag sollen dann Top-Schwimmer und Gold-Kandidat Florian Wellbrock sowie Rob Muffels nachlegen. „Mein Traum wäre, dass wir vier Sportler direkt durchbringen können“, sagte Lurz der Deutschen Presse-Agentur. „Das Zeug dazu haben die vier Starter. Mit Dreien könnte ich auch noch leben, aber die sollten es dann auch sein.“

Meißner und Frach hatten im nicht-olympischen Fünf-Kilometer-Rennen andere Ziele. Frach war die Freude über seine WM-Premiere trotz Erschöpfung nach dem Rennen im Hafenbecken des Weltausstellungs-Geländes von 2012 anzusehen. „Da kam immer mal wieder der Gedanke: Das ist jetzt eine WM und das freut einen natürlich wahnsinnig“, sagte der 21-Jährige aus Wetzlar. Lurz bescheinigte ihm einen „ordentlichen Job“.

Mit Meißner war er nicht ganz so zufrieden. „Bei Sören hätte ich ein bisschen mehr erwartet“, sagte der Würzburger und auch Meißner selbst war „enttäuscht“. „Es ging drunter und drüber. Die kamen von allen Seiten. Ich wusste teilweise gar nicht, wo ich so genau im Feld bin, weil überall irgendwelche Leute waren“, beschrieb der 29-Jährige sein Rennen.

Damit Beck am Sonntag nicht Ähnliches erlebt, hat Lurz für sie schon eine Taktik im Kopf: Die 22-Jährige soll sich von Beginn an vorne im Feld aufhalten, um den harten Kämpfen mit Körperkontakt weiter hinten aus dem Weg zu gehen. Lurz hofft, dass Beck ihre Nerven im Griff behält. „Das ist meine größte Sorge“, sagte er. Seine Sportlerin habe aber gut geschlafen und wirke bisher noch nicht zu nervös.

Beck, die aus dem Beckenschwimmen kommt, hat im Freiwasser dank viel Training und mehr Erfahrung extrem dazugelernt. Nach der enttäuschenden WM in Ungarn vor zwei Jahren hatte Lurz noch die Zukunft seines Würzburger Schützlings als Freiwasserschwimmerin infrage gestellt. Nun sagte er: „Wenn Sie das nötige Glück hat und die richtige Position zur richtigen Zeit einnehmen kann, könnte ich mir vorstellen, dass sie nah an die Medaillenränge schwimmen kann.“ Beck selbst klingt etwas defensiver: „Mein Ziel ist Top Ten und jeder weitere Platz ist ein Sahnetörtchen obendrauf.“

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