Deutscher Alpin-Chef mit Speed-Team unzufrieden

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Schwäbische Zeitung

Val d'Isère (dpa) - Nach dem unglücklichen und enttäuschenden WM-Auftritt der deutschen Speed-Herren hat Alpin-Chef Wolfgang Maier ein ernüchterndes Fazit gezogen.

„Andreas Strodl ist verletzt ausgeschieden, den muss man aus der Wertung nehmen. Dagegen hat Peter Strodl den Einsatz nicht gerechtfertigt. Das war einfach zu wenig in allen Bereichen“, sagte Maier nach Herren-Abfahrt und Super-G. Die Partenkirchener Brüder waren beim Super-G ausgeschieden. Für die einzigen Platzierungen des Deutschen Skiverbandes (DSV) bei der WM in Val d'Isère hatte der Ebinger Stephan Keppler gesorgt.

Beim Super-G war Keppler 24., bei der Abfahrt erreichte er in seinem insgesamt fünften WM-Rennen als 15. sein bestes Resultat. „Mit einem Fehler habe ich mir das ganze Rennen kaputt gemacht“, sagte Keppler, der bei früher Startnummer gute Bedingungen hatte. „Die ganze WM ist sehr enttäuschend verlaufen, ich habe mit dem Berg meine Probleme gehabt.“ Alle drei hatten die WM-Norm nicht erfüllt, durften aber mit Blick auf Olympia 2010 und die WM 2011 in Garmisch- Partenkirchen in den Savoyen starten.

Peter Strodl war dagegen wegen Formschwäche und auf eigenen Wunsch beim Abfahrtserfolg des Kanadiers John Kucera erst gar nicht an den Start gegangen. „Der Skiverband hat gesagt, wir setzen uns für die Läufer ein und lassen sie starten, obwohl sie nicht die volle Norm erreicht haben. Damit wollten wir auch ein bisschen an die Ehre der Leute appellieren, dass sie sich ans Limit bewegen“, sagte Maier. „Beim Keppler war das okay, denn es war wirklich eine schwierige Abfahrt. Für mich war das sportlich ein kleiner Erfolg, denn es geht ja immer unter, dass er erst seit September wieder Ski fährt.“

Nach seinem Kreuzbandriss vor einem knappen Jahr findet der 26 Jahre alte Keppler immer besser in die Spur. „Er hat für die Schwierigkeit der Piste eine ordentliche Performance gegeben. Das rechtfertigt, dass wir ihn mitgenommen haben und dass wir ihm die Möglichkeit gegeben haben hier zu fahren“, sagte Maier.

Andreas Strodl musste nach seinem Sturz im Super-G das WM-Aus hinnehmen. Zu weiteren Untersuchungen war er ins rund 70 Kilometer entfernte Albertville gebracht worden, weil es vor Ort keine Computer-Tomographie zur genauen Knie-Untersuchung gab.

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