Deutsche Skijäger bejubeln Platz zwei

Lesedauer: 5 Min
Deutsche Presse-Agentur

Mit dem zweiten Platz haben die deutschen Skijäger für erneute Jubelstürme in Ruhpolding gesorgt, ihr bestes Saisonergebnis eingefahren und mit der jüngsten Staffel seit vielen Jahren eine tolle WM-Generalprobe hingelegt.

In der Besetzung Michael Rösch (Altenberg/25), Christoph Stephan (Oberhof/23), Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld/21) und Langlauf-Umsteiger Toni Lang (Hauzenberg/26) mussten sie mit zehn Nachladern lediglich den überragenden Norwegern um 1:20,2 Minuten den Vortritt lassen. Der Start-Ziel-Sieg der Norweger war es der erste in diesem Winter und der dritte hintereinander in Ruhpolding. Platz drei belegte Österreich und verteidigte die Führung im Staffel-Weltcup.

Bei der Siegerehrung vor den 17 000 begeisterten Zuschauern gratulierte auch Franz Beckenbauer. Der Fußball-Kaiser hatte erstmals live einen Biathlon-Wettkampf am Schießstand erlebt und sich zu der Prognose hinreißen lassen, dass er vom deutschen Quartett mit einem Durchschnittsalter von nur 23,7 Jahren - das gab es zuletzt vor 15 Jahren - den Sieg erwarte. „Es war ein fantastischer Wettkampf mit Superstimmung. Ich bin froh, dass ich da war“, sagte der „Kaiser“.

„Es macht Riesenspaß mit den Jungs. Es wird von Tag zu Tag besser, Riesenkompliment an die ganze Truppe“, erklärte der euphorische Bundestrainer Frank Ullrich. Er musste die Staffel unmittelbar vor dem Start noch umstellen. Der als Schlussläufer gemeldete Andreas Birnbacher (Schleching) klagte beim Warmlaufen über Kopfschmerzen sowie Schwindelgefühl und verzichtete auf den Start. Dafür kam Lang wie schon vor Wochenfrist in Oberhof zu seinem zweiten Weltcup- Staffelrennen. „Ich habe es erst relativ spät erfahren“, sagte Lang. „Es war aber schon meine zweite Staffel, von daher war ich locker.“

Rösch wechselte nach drei Nachladern beim Stehendschießen mit 10,5 Sekunden Rückstand fast gleichauf mit den zweit- und drittplatzierten Staffeln hinter Spitzenreiter Norwegen als Vierter. „Läuferisch war's top. Ich bin dabei“, jubelte der Osterzgebirgler, der sich im Stehendanschlag durch den extrem schnell schießenden italienischen Startläufer aus dem Konzept bringen ließ. „Da hätte ich die fünf Dinger einfach wie im Training rausledern müssen“, kritisierte er. „Dass der Beckenbauer im Stadion war, ist ganz cool“, ergänzte der Fußball-Fan.

Christoph Stephan schloss zur Spitze auf. Er benötigte nur eine Reservepatrone, lief die zweitbeste Rundenzeit, verausgabte sich total und wechselte als Dritter, winzige 2,4 Sekunden hinter Norwegen und Frankreich. „Ich hatte überragende Ski, aber beim Stehendschießen waren meine Beine kaputt. Da hatte ich Glück, dass ich mit nur einem Nachlader über die Runde gekommen bin. Zum Schluss bin ich wieder ins Koma gelaufen“, erzählte er, nachdem er sich mit dem tollen Lauf ein nachträgliches Geschenk zum 22. Geburtstag (am 12. Januar) gemacht hatte.

Arnd Peiffer erfüllte in der zweiten Weltcup-Staffel seiner Laufbahn wie schon in Oberhof die Erwartung und wechselte als Zweiter mit 39,2 s Rückstand. „Es hat wieder Spaß gemacht. Blöd dass ich zweimal mit der ersten Reservepatrone nicht getroffen habe“, meinte der Harzer. „Ich will aber nicht klagen. Die letzte Stehendscheibe habe ich nur reingewackelt“, fügt Peiffer an. Toni Lang, der erst 30 Minuten vor dem Start von seiner Chance erfahren hatte, glänzte mit Nervenstärke beim Schießen und lief Rang zwei souverän nach Hause. „Es war total cool, mit der Fahne in der Hand ins Ziel zu laufen“, sagte er. „Vielleicht klappt's beim nächsten Mal sogar ales Erster.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen