Deutsche Schiedsrichter international spitze

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Deutsche Presse-Agentur

Die deutschen Schiedsrichter sind international so gut aufgestellt wie noch nie. 2008 waren Herbert Fandel und Co. 110 Mal für die FIFA oder UEFA im Einsatz, zudem 33 Mal für ausländische Verbände.

„Diese beeindruckenden Zahlen und die Tatsache, dass Deutschland die einzige europäische Nation ist, die drei Schiedsrichter für die Top-Kategorie der UEFA stellt, sind Beleg für die internationale Wertschätzung“, sagte Eugen Strigel, Lehrwart der Unparteiischen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), in Frankfurt/Main.

„Wir sind weltweit an der Spitze und wirklich sehr stolz darauf, dass wir international so oft eingesetzt wurden“, sagte Strigel. Während Fandel (Kyllburg) bei der Europameisterschaft in Österreich/Schweiz pfiff, waren Wolfgang Stark (Landshut) und Christine Beck (Magstadt) bei den Olympischen Spielen in Peking im Einsatz. Fandel, Stark und Florian Meyer (Burgdorf) gehören derzeit zu den am höchsten gehandelten Unparteiischen bei der UEFA, in der zweiten Gruppe ist der DFB mit Knut Kircher (Rottenburg) und Felix Brych (München) vertreten. Zehn deutsche Schiedsrichter und vier Schiedsrichterinnen dürfen FIFA-Spiele leiten.

„Wir müssen uns an das immer schnellere Spiel anpassen“, meinte Fandel. „Das bedeutet auch ein erhöhter Trainingsaufwand, das ist schon ein Hochleistungssport geworden.“ Der hauptberufliche Konzertpianist und Leiter einer Kreismusikschule trainiert nach eigenen Angaben vier- bis fünfmal in der Woche. Mit 3600 Euro wird ein Bundesliga-Schiedsrichter pro Einsatz entlohnt (2. Liga: 1800).

2004 hatten die deutschen Referees noch 74 Einsätze auf internationalen Ebene, diese haben sich fast verdoppelt. Insgesamt sind beim DFB 80 000 Schiedsrichter gemeldet. „Das reicht aber nicht aus, um alle Spiele im Jugendbereich zu besetzen“, meinte Fandel. „Dort ist es sehr schwierig, weil die Unparteiischen oft extrem attackiert werden, auch von den Eltern der Spieler.“ Bei den Frauen stieg die Zahl von 1531 (2004) auf aktuell 2186; Prominenteste ist die in der 2. Männer-Bundesliga tätige Bibiana Steinhaus, die 29 Jahre alte Polizeibeamtin aus Hannover.

Mittlerweile werden die Referees über die A- und B-Jugend- Regionalliga an höhere Aufgaben herangeführt: Dort pfeifen 80 zwischen 18 und 27 Jahren. Mit bereits 26 ist Michael Kempter in der Bundesliga dabei. „Er hat schon mit zwölf angefangen“, erklärte Strigel. „Man sieht, dass die Schiedsrichter immer jünger werden. Wir haben auch sehr viele Studenten.“

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