Deutsche Rodler für Olympia gerüstet

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Deutsche Presse-Agentur

Zwei WM-Titel, ein Weltcup-Gesamtsieg - und eine nahezu perfekte Olympia-Generalprobe: Nach seinem ersten Winter als neuer Rodel-Bundestrainer konnte Norbert Loch ein positives Fazit ziehen.

„Insgesamt gesehen haben wir eine gute bis sehr gute Saison hinter uns“, bilanzierte der 46-Jährige nach der Rückkehr vom Weltcup-Finale auf der Olympia-Eisrinne im kanadischen Whistler. „Und das letzte Wochenende war ein großer Erfolg, vor allem weil unsere Sportler in der Lage waren, die sehr schnelle und anspruchsvolle Bahn mit sehr wenigen Fehlern zu meistern. Wir sind für Olympia gerüstet“, sagte Loch der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Mannschaftlich geschlossen wie selten präsentierten sich die deutschen Männer mit Weltcup-Siegen für David Möller, Jan Eichhorn und Andi Langenhan - sowie der Krönung durch den erneuten WM-Titel von Felix Loch. Nach dem Rücktritt von Silke Kraushaar-Pielach waren auch die von der erneuten Weltcup-Gesamtsiegerin Tatjana Hüfner und Natalie Geisenberger angeführten deutschen Frauen eine Klasse für sich - abgesehen von der ersten WM-Pleite seit mehr als elf Jahren.

„Dass die Serie gerissen ist, damit kann ich leben“, blickte Loch noch einmal auf den Tiefpunkt durch den Sensationssieg von Erin Hamlin (USA) zurück. „Nur mit den Leistungen, mit der Bewältigung der Bahn in Lake Placid, bin ich nicht zufrieden. Es ist uns nicht gelungen, Fahrspurprobleme abzustellen.“ Als Sorgenkinder entpuppten sich lange die Doppelsitzer, mit dem WM-Silber von André Florschütz und Torsten Wustlich wurde aber auch hier die Erfolgsspur gefunden.

Ein schweres Erbe hatte der Thüringer, der einer breiteren Öffentlichkeit weitgehend unbekannt war, im vorolympischen Winter angetreten: 129 Medaillen, 55 davon in Gold, hatte Lochs Vorgänger Thomas Schwab bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften einheimsen können. Doch Loch ließ sich von der Erfolgsbilanz nicht ins Bockshorn jagen: „Die Fußstapfen sind riesig, aber wir haben beide die gleiche Schuhgröße“, sagte er selbstbewusst.

Ruhig, bedächtig - aber bestimmt: Bei seinem Start als neuer „Goldschmied“ konnte Loch auch auf seine langjährige Tätigkeit als bayerischer Landestrainer bauen. Seit Jahren kennen viele Athleten die Qualitäten ihres neuen Chefcoachs. „Der kann das. Er war unser Jugendtrainer“, war sich etwa Doppelsitzer Patric Leitner vor dem Amtsantritt des neuen Bundestrainers sicher. Auch andere Athleten wie Europameisterin Geisenberger oder sein Junior wurden von ihm an die Weltspitze geführt.

Lochs erster Winter als Cheftrainer ist Schnee von gestern, nun gilt alle Konzentration dem Großziel Olympia 2010 - und dem Kampf um die Startplätze. Vor allem bei den Doppelsitzern, bei denen in einem Jahr nur zwei deutsche Teams an den Start gehen, wird es ein enges Rennen. „Wir haben drei gleichwertige Doppel. Aber insgesamt wird das Rennen um die Startplätze sehr brutal“, sagt der Chefcoach vor seiner Feuerprobe im kommenden Winter.

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