Deutsche NHL-Stars hoffen auf Ticket für Vancouver

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Deutsche Presse-Agentur

Mit dem Kopf beim Job in den USA und Kanada, mit dem Herzen in Hannover: Die sieben deutschen Eishockey-Profis der NHL richten ihre Blicke nach dem Arbeitsalltag auch auf die Olympia-Qualifikation.

Dann wollen ihre Landsleute aus der Deutschen Eishockey-Liga gegen Japan, Österreich und Slowenien gewinnen, damit Marco Sturm, Jochen Hecht, Christoph Schubert, Christian Ehrhoff, Marcel Goc, Dennis Seidenberg und vielleicht sogar noch einmal Olaf Kölzig 2010 bei den Winterspielen in Vancouver glänzen können.

„Ich werde das Turnier auf jeden Fall verfolgen. Es wird nicht einfach, man darf keinen schlechten Tag erwischen“, sagt Goc, der wie Ehrhoff mit den San Jose Sharks um Platz eins in der NHL-Vorrunde kämpft. Dennis Seidenberg von den Carolina Hurricanes kündigt an: „Ich werde mich im Internet informieren.“ Obwohl kein Deutscher aus der NHL helfen kann, ist Seidenberg zuversichtlich: „Vor zwei Jahren bei der Weltmeisterschaft in Moskau war auch niemand von uns dabei, und trotzdem haben sie gut gespielt und sogar gegen Tschechien gewonnen. Deshalb denke ich, dass sie eine sehr gute Chance haben.“

Christoph Schubert von den Ottawa Senators sieht Österreich als größten Stolperstein. „Ich weiß aber, dass die Jungs zu Hause gut spielen. Ich habe da überhaupt keine Zweifel“, meint der Verteidiger. Für ihn ist es wie für die anderen NHL-Cracks ein komisches Gefühl, dass die Deutschen aus der DEL das Ticket für Vancouver holen sollen und einige von ihnen dann zu Hause bleiben müssten, weil die NHL- Nationalspieler bei Olympia ihren Platz einnehmen würden.

„Klar ist es Mist für die Jungs, aber vielleicht sind ja welche von uns verletzt. Ich habe auch schon manchmal in den sauren Apfel beißen müssen. Das gehört zum Erwachsenwerden dazu“, sagt Schubert. Goc kennt dieses Szenario. „Ich war 2001 dabei, als wir uns in Oslo für Salt Lake City qualifiziert haben. Das war eine tolle Erfahrung. Anschließend habe ich die komplette Vorbereitung mitgemacht und musste wenige Tage vor Turnierbeginn nach Hause fahren, weil Marco Sturm aus der NHL kam“, erinnert sich Goc, der damals noch in der DEL spielte und Verständnis für die Entscheidung hatte: „Sturm war der beste deutsche NHL-Stürmer. Da war klar, dass er spielt.“

Dass nach der WM-Premiere in Kanada im vorigen Jahr das Olympia- Turnier der Höhepunkt der Winterspiele wird, steht für alle außer Frage. „Salt Lake City war schon überragend. Und jetzt noch in Kanada, das wäre ein riesiger Spaß. Was Besseres kann man sich nicht wünschen“, sagt Schubert, der die Olympia-Arena wie die Kollegen von den Duellen gegen die Vancouver Canucks kennt.

„Bei Olympia in Kanada ist Eishockey die Attraktion überhaupt. Aber es geht bei Olympia um viel mehr. Das ist einfach ein schönes Erlebnis“, ergänzt Jochen Hecht von den Buffalo Sabres, der sich 2006 vor den Winterspielen von Turin verletzte. Ebenso wie Hecht drückt auch Clubkollege Thomas Vanek die Daumen - allerdings für Österreich.

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