Deutsche Herren Außenseiter im Super-G

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Schwäbische Zeitung

Val d'Isère (dpa) - Mit einer „Sieg-oder-Ackja-Einstellung“ geht Stephan Keppler bei den alpinen Weltmeisterschaften in den Super-G. Der Skirennfahrer aus Ebingen ist wie seine beiden deutschen Teamkollegen nur Außenseiter, hofft aber auf einen Achtungserfolg.

„Bei einer WM kann viel passieren, und es ist nicht das Ziel um 28 oder 30 mitzufahren“, sagte Keppler, dem nach einigen Verletzungen der Rettungsschlitten (Ackja) ins Tal nicht fremd ist. „Ich lasse mich überraschen, wie alle. Sie haben gute Ansätze“, befand Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier, der in Val d'Isère als TV-Experte hautnah dabei ist. Favoriten sind Didier Cuche (Schweiz), Bode Miller (USA) oder Österreichs Ski-Star Hermann Maier

Keppler, der in Are vor zwei Jahren gehandicapt durch eine Verletzung nicht überzeugen konnte, kommt nach seinem Kreuzbandriss vor knapp einem Jahr im WM-Winter immer besser in Schwung. Von seiner Bestleistung, Platz acht vor über zwei Jahren in Gröden, ist er aber noch weit entfernt. Den technisch anspruchsvollen Kurs auf der „Face de Bellevarde“ gehen auch die Titelkampf-Neulinge Peter und Andreas Strodl (beide Partenkirchen) an. Mit Super-G-Bestleistungen von Rang 24 (Andreas Strodl) und Peter Strodl (21) haben auch die zwei Brüder nichts zu verlieren.

Vor allem für den erst 21 Jahre alten Draufgänger Andreas Strodl ist die WM mit Blick auf die Titelkämpfe 2011 im heimischen Garmisch- Partenkirchen wichtig. „Es ist Wahnsinn, damit hatte ich nie gerechnet. Ich möchte erstmal das Flair mitnehmen, denn eine WM ist etwas ganz Besonderes“, sagte „Anda“, der die große Zukunfts-Hoffnung im deutschen Speedteam ist. Auch wenn eine WM etwas Besonderes für die Großereignis-Greenhorn ist - verrückt machen wollen sie sich nicht. „Es wäre echter Schmarrn, wenn man alles umschmeißt und meint, man muss Spektakel zeigen. Dann geht es in die Hose“, sagte der 26- jährige Peter Strodl, der sich nach drei schweren Kreuzbandrissen zurückgekämpft hat.

Den anspruchsvollen Kurs kennt zumindest Keppler aus dem Weltcup. „Das war ganz schön eckig, Kurven zum Rutschen und nicht so schön zu fahren“, sagte der 26-Jährige, der am Sonntag kurz vor dem WM-Start seinen Geburtstag feierte.

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