Der VfB hat verloren – und trotzdem grandios gespielt

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Erneut spektakulär und für viewle Punkte gut: Athanasios Protopsaltis.
Erneut spektakulär und für viewle Punkte gut: Athanasios Protopsaltis. (Foto: Günter Kram)

Die Volleyballer des VfB Friedrichshafen haben beim polnischen Meister Zaksa Kedzierzyn ihre erste Saisonniederlage nach 37 Siegen hinnehmen müssen. Dabei holte der VfB in der Runde der letzten sechs Teams der Champions League einen 0:2-Rückstand auf, führte im Tiebreak mit 11:7, doch eine Aufschlagserie von Rafal Buszek brachte die Polen zurück ins Spiel. Der Belgier Sam Deroo verwertete den zweiten Matchball zum 3:2 (25:23, 25:21, 22:25, 22:25, 15:13).

Vor dem Spiel gegen diesen starken Gegner war die Frage: Wie stark ist der VfB selbst? Und die Antwort darauf heißt: sehr stark! In den ersten beiden Sätzen zeigte der französische Zuspieler in Diensten des polnischen Meisters, Benjamin Toniutti, warum er zu den Besten in Europa gehört. Er bediente seine Angreifer nach Belieben und sorgte für Verwirrung bei den Häflern. Während er in Satz eins Sam Deroo, Rafal Buszek und Diagonalangreifer Mauricio Armando Torres in Szene setzte, spielte er in Satz zwei oft über die Mitte. Der VfB kam im Block fast immer zu spät.

Vital Heynen vertraute nach dem 0:2 weiter auf Simon Tischer im Zuspiel, Bartlomiej Boladz auf der Diagonalen, Athanasios Protopsaltis und David Sossenheimer auf der Außen-Annahme, Philipp Collin und Andreas Takvam über die Mitte sowie Libero Markus Steuerwald. Und diese Spieler sollten ihn nicht enttäuschen. Auf einmal wendete sich das Blatt. Toniutti wusste oft nicht, wen er anspielen sollte, denn der VfB blockte und holte viele Bälle in der Feldabwehr. Dinge, die vorher klappten, wurden jetzt richtig schwierig. Auf der Gegenseite zeigte Simon Tischer, warum er derzeit in einer außergewöhnlichen Form ist. Der VfB verkürzte auf 1:2, und später glich das Team zum 2:2 aus.

Der Tiebreak musste nun entscheiden. Und es war ein Krimi, den die Zuschauer in der Hall Azoty Kedzierzyn Kozle erlebten. Der VfB Friedrichshafen wuchs über sich hinaus und machte Punkt um Punkt. Diagonalangreifer Bartlomiej Boladz zeigte starke Nerven. Und als Rafal Buszelk einen Angriffsball ins Aus führte der VfB mit 11:7. Es war aber Rafal Buszek, der seine Mannschaft wieder ins Spiel brachte. Nach starken Aufschlägen hieß es auf einmal 11:13. Zuspieler Toniutti fasste wieder Vertrauen in seine Angreifer. Es war am Ende der Belgier Sam Deroo, der den zweiten Matchball verwandelte. Die Polen feierten den knappen Sieg ausgelassen. Vital Heynen kommentierte ihn so: „Wir haben ein 0:2 aufgeholt und uns gegen unfassbar starke Polen nur ganz knapp im fünften Satz geschlagen geben müssen. Jetzt liegt der Druck bei unserem Gegner. Er muss gewinnen – entweder unser Heimspiel, oder zumindest den Golden Set. Wir haben eine reale Chance, am Dienstag unseren Traum weiterzuleben.“

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