Der Rhythmus stimmt

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Volleyball Bundesliga - 1. Viertelfinal Playoff -VfB Friedrichshafen vs Bi
Volleyball Bundesliga - 1. Viertelfinal Playoff -VfB Friedrichshafen vs Bi (Foto: GuenterKram)
Ressortleiter Sport
Schwäbische Zeitung

Die Kräfteverhältnisse im Halbfinale der Volleyball-Bundesliga zeigen sich auch an der Wahl des Anreisemittels. Während die Spieler der SVG Lüneburg zwölf Stunden mit dem Bus an den Bodensee zum ersten von maximal fünf Halbfinalspielen um die deutsche Meisterschaft anreisten – und dann wegen der gleichzeitig in Friedrichshafen stattfindenden Aero auch noch gut eine Stunde von ihrem Hotel zur ZF-Arena fahren mussten – sind die Häfler nach Hamburg geflogen.

In der CU Arena der Hansestadt findet am Samstag (20 Uhr/sporttotal.tv) das zweite, womöglich schon vorentscheidende Halbfinale statt; die Lüneburger Gellersenhalle ist nicht play-off-tauglich. Nach dem erst nach der unwiderstehlichen Aufschlagserie von VfB-Diagonalangreifer Bartlomiej Boladz zum Ende des zweiten Satzes deutlich gewordenen 3:0-Triumphs am Mittwoch sind es für den VfB und ihren Trainer Vital Heynen noch zwei Siege bis zum Finale und fünf bis zum Titel. Doch so weit wollen die Häfler noch nicht denken. „Wir stehen in Hamburg immerhin nicht unter dem Druck, unbedingt gewinnen zu müssen“, sagte Heynen vor dem Abflug.

Boladz, dem am Mittwoch bei insgesamt 31 Aufschlägen sieben Asse gelangen, meinte: „Eigentlich ist jetzt jedes Spiel für uns wie ein Finale“, sagte der umjubelte Held des ersten Halbfinals, „wenn wir unser Spiel spielen und gut in Block und Abwehr arbeiten, ist das die Grundlage. Der Aufschlag kann ein Spiel dann am Ende entscheiden.“

Dass die Lüneburger das natürlich auch wissen, ist klar. „Wir müssen uns natürlich etwas gegen die Aufschläge einfallen lassen – und dann an die ersten beiden Sätze anschließen. Aus denen nehmen wir die Gewissheit mit, dass wir gegenhalten können“, sagte Trainer Stefan Hübner folgerichtig.

Sossenheimer kaum zu verteidigen

Jedoch waren Boladz’ Aufschläge nicht der einzige Schlüssel zum Erfolg der Volleyballer vom Bodensee gewesen. „Es war ein Spiel ohne große Fehler, beide Mannschaften haben sehr konzentriert gespielt, für jeden Punkt wurde hart garbeitet“, sagte Heynen. Tatsächlich war der VfB am Mittwoch stark. Durchschnittlich 21 Angriffspunkte sammelten sie pro Satz – ein starker Wert, vor allem für eine eher abwartend und variabel spielende Mannschaft. Vor allem Außenangreifer David Sossenheimer war aus dem laufenden Spiel heraus fast nicht zu verteidigen für die Lüneburger. Vierzig Bälle bekam er zugespielt, beeindruckende 18 Punkte machte er. Und auch der lange körperlich angeschlagene Athanasios Protopsaltis kommt „von Tag zu Tag besser in seinen Rhythmus“, wie Heynen sagte. Rechtzeitig zur entscheidenden Saisonphase hat der scheidende Trainer seine ganze Mannschaft zusammen, kein Spieler ist mehr verletzt.

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