Der Neue setzt voll auf Offensive: Markus Weinzierl beim VfB Stuttgart vorgestellt

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Markus Weinzierl, der neue Trainer des VfB Stuttgart
Markus Weinzierl, der neue Trainer des VfB Stuttgart (Foto: dpa)

Das erste Stuttgarter Gewitter ist überstanden. Und das hatte es gleich in sich. Blitzlichter en Masse und Markus Weinzierl lächelte alles Negative weg. Der letzte Tabellenplatz, der Abschied von Vorgänger Korkut, eine Offensive mit Ladehemmungen?

Nach dem ersten öffentlichen Auftritt des neuen Trainers kann der geneigte Betrachter augenscheinlich nicht anders, als ebenfalls nur positiv von der Zukunft zu denken. Dann da saß ein Trainer auf der Bühne der Lust hat, ein neues Projekt anzugehen, zu arbeiten und das nach 15 Monaten der Teilnahmslosigkeit.

Mit Versprechungen sei das in seinem Job immer etwas schwierig, sagte der Neucoach zwar, aber er werde sich für den VfB zerreißen und „ich kann versprechen, dass ich jede Sekunde immer 110 Prozent geben werde“. Diese 110 Prozent fielen einige Male, während der ehemalige Augsburger Erfolgs- und Schalker Glücklos-Trainer von seiner Version von Fußball und Stuttgart im speziellen sprach. Ganz wichtig, neben den 110 Prozent, vor allem etwas, was dem VfB zuletzt öfter gefehlt hatte: Mut:

Wie er spielen wolle? „Mit Mut und Leidenschaft“, „urig und offensiv“ und etwas später noch: „mit Mut in die Offensive gehen“. Ja, er will einfach da anknüpfen, wo er in den erfolgreichen Augsburger Jahren und auch in den nicht ganz so erfolgreichen Schalker Jahren aufgehört hatte. Nun gehe es allerdings vor allem darum, die Mannschaft kennenzulernen und gewisse Blockaden zu lösen. „Die mentalen Probleme kommen daher, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Da gilt es anzusetzen. Selbstvertrauen kommt über Training, Spiele und Erfolgserlebnisse“, so Weinzierl.

Dass es dazu kommt, dafür, so scheint es, setzt Markus Weinzierl vor allem auf Offensivroutinier Mario Gomez. „Wenn man einen Gomez vorne drin hat, sollte man auch viele Bälle vorne rein bringen und ihn in Szene setzen“, so Weinzierl. Egal ob über die Außenpositionen oder über die Zehn.

Dennoch geht es vor allem nun erstmal um Ergebnisse, das Potenzial für mehr sei jedoch zweifelsohne vorhanden. Sportvorstand Michael Reschke blieb da größtenteils die Rolle des Beisitzers. „Es ist jetzt ein Neustart. Wir haben am Sonntag etliche Stunden zusammengesessen und eine gemeinsame Basis gefunden.“ Weinzierl sei die Ideallösung. Von Großem träumen wollen die Beteiligten jedoch weiterhin nicht.

Die mentalen Probleme kommen daher, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Da gilt es anzusetzen. Selbstvertrauen kommt über Training, Spiele und Erfolgserlebnisse“

VfB-Coach Markus Weinzierl

 

„Es ist eine schwierige problematische Situation, aber das Ziel ist weiterhin, ins gesicherte Mittelfeld zu kommen“, so Reschke. Weinzierl dagegen hat nun erstmal zehn Tage Zeit, bevor es gleich gegen den Tabellenführer aus Dortmund geht. Das sei definitiv gleich eine Chance und mit drei Punkten könne „man direkt seine Serie starten“, so der gebürtige Straubinger, der die Woche überwiegend zum kennenlernen nutzen will, um ab Montag gezielt das kommende Spiel anzugehen.

Dass er bereits zwei Jahre in Stuttgart gelebt hat, sieht er dagegen als positives Zeichen, auch wenn er damals „bei dem anderen Verein“ unter Vertrag stand. „Das ist nun 17 Jahren her, aber mit der Stadt und den Leute verbinde ich nur positive Erinnerungen, da möchte ich anknüpfen.“ Und fügte noch augenzwinkernd and: „Mit Jürgen Klinsmann und Guido Buchwald hatten ja auch andere eine Kickers Vergangenheit, ich sehe das mal als gutes Omen.“ Mit dem und dem „brennenden“ Weinzierl sind die Grundlagen für einen Neustart in Stuttgart zumindest gegeben.

 Michael Reschke (l), Sportvorstand des VfB Stuttgart, und Markus Weinzierl, neuer Trainer des VfB Stuttgart, geben sich während
Michael Reschke (l), Sportvorstand des VfB Stuttgart, und Markus Weinzierl, neuer Trainer des VfB Stuttgart, geben sich während Weinzierls Vorstellung die Hand. (Foto: dpa)
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