DEL-Boss will Nürnberg aus der DEL haben

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Deutsche Presse-Agentur

Die Tage der Nürnberg Ice Tigers in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) sind offenbar gezählt.

Angesichts der drohenden Insolvenz des fränkischen Clubs hat sich der DEL-Aufsichtsrats-Vorsitzende Jürgen Arnold in einem Interview mit dem „Donaukurier“ für einen schnellen Ausschluss der Nürnberger aus der DEL ausgesprochen. „Ich werde unverzüglich eine Gesellschafterversammlung einberufen, die dann über den Lizenzentzug beschließt“, sagte Arnold, der auch Geschäftsführer des DEL-Clubs ERC Ingolstadt ist. Er kündigte außerdem für die Zukunft ein härteres Durchgreifen an: „Klar ist, dass es so einen Zirkus wie in Nürnberg in meiner Amtszeit in der DEL nicht mehr geben wird.“

Nach dem Ausstieg des Namenssponsors Bionorica ist eine Rettung der mit angeblich 1,5 Millionen Euro verschuldeten Ice Tigers durch eine mittelständische Investorengruppe kaum mehr möglich. Laut Insolvenzverwalter Volker Böhm gibt es eine „erhebliche Finanzlücke“, die nicht zu schließen sei. Die Chancen auf einen Verbleib in der DEL seien gering. Wenn das Insolvenzverfahren eröffnet wird, bedeutet das für die Ice Tigers Lizenzentzug und Ausschluss aus der DEL.

Ende November vorigen Jahres hatten die Nürnberger wegen anhaltender Finanzsorgen Insolvenzantrag gestellt. Anfang März bahnte sich eine Rettung an, als sich eine Sponsorengruppe um den Schmuckhändler Thomas Sabo bereiterklärte, die Anteile des bisherigen Allein-Gesellschafters Günther Hertel zu übernehmen. Dem jetzigen Ausstieg des Namenssponsors (Sinupret) aus „firmenpolitischen Gründen“ folgte der kollektive Rückzug. „Unter dieser Voraussetzung ist es dem Rest der Investorengruppe nicht möglich, die Ice Tigers zu retten“, hieß es in einer Erklärung.

„Vor dem Hintergrund der Herausforderungen auf den weltweiten Märkten und der damit verbundenen strategischen Ausrichtung der Markenkommunikation ordnet das Unternehmen seine Sponsorenaktivitäten neu“, begründe Michael Popp, Aufsichtsrats-Vorsitzender von Bionorica, den Ausstieg seiner Firma, „in diesem Zusammenhang wurde nach eingehender Prüfung die Zusammenarbeit mit den Ice Tigers beendet.“

Für die Arena Nürnberg, in der die Ice Tigers ihre Spiele bestritten haben, wäre das DEL-Aus ein herber Schlag. Laut Arena-Sprecher Jürgen Fottner haben die Eishockey-Profis rund ein Drittel der Gesamteinnahmen in die Kassen der Hallenbetreiber fließen lassen.

Nürnberg wäre nach den Duisburger Füchsen der zweite Club, der den Spielbetrieb in der höchsten deutschen Eishockey-Liga einstellen müsste. Laut Arnold ist aber noch nicht sicher, dass die DEL in der kommenden Saison statt mit 16 nur noch mit 14 Mannschaften spielen wird, „denn der Meister der zweiten Liga hat nach wie vor das Recht, sich für den Aufstieg zu bewerben. Endgültige Klarheit über die Ligastärke wird erst das Lizenzierungsverfahren Ende Mai bringen“.

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