DEB-Team vor wichtigsten Spielen 2009

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Deutsche Presse-Agentur

81 Jahre nach dem Olympia-Debüt will die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft das Ende einer großen Serie unbedingt verhindern und einen Rückschlag vor dem WM-Heimspiel 2010 abwenden.

Gegen Japan, Österreich und Slowenien soll in Hannover mit dem Turniersieg das Ticket nach Vancouver und die 19. Olympia-Teilnahme in Folge seit 1928 gebucht werden. Gegner wären Olympiasieger Schweden, Finnland und Weißrussland.

„Das sind die wichtigsten drei Spiele der letzten Jahre. Es ist keine WM, wo es um Platz neun oder zehn oder elf geht. Ein Scheitern wäre ein absolutes Fiasko“, sagte Routinier Andreas Renz, mit 166 Länderspielen der Erfahrenste im Kader von Bundestrainer Uwe Krupp, der am Dienstag noch um den Einsatz des erkrankten Mannheimer Stürmers Michael Hackert bangte. „Im Hinblick auf die WM 2010 wäre es das erste Signal, wenn wir uns qualifizieren - auch für die Organisatoren, die einen harten Job haben, Eishockey in den Vordergrund zu bringen“, fügte Renz hinzu.

Welche Nervenschlacht der DEB-Auswahl droht, davon kann der Kölner Verteidiger aus eigener Erfahrung berichten: Vor neun Jahren sicherte sein nicht mehr im Nationalteam aktiver Clubkollege Mirko Lüdemann in Ljubljana erst acht Sekunden vor Ende den 2:1-Sieg gegen Italien und damit Platz eins in der ersten von damals zwei Qualifikationsrunden. Ein Jahr später in Oslo war es nicht so knapp, weil drei Plätze für Salt Lake City vergeben wurden. In Hannover aber kommt nur der Sieger weiter, ebenso bei den parallel stattfindenden Turnieren in Riga und Oslo. 1997 nutzte das deutsche Team in Oberhausen den Heimvorteil zur Qualifikation für Nagano.

Renz bezeichnete die Reise nach Vancouver als „absolut überlebenswichtig“ für das deutsche Eishockey, das nach dem WM- Abstieg 2005 um den Anschluss an die weltbesten Nationen ringt. Auch 2006 bei der B-WM in Amiens war er dabei, damals gelang unter anderen gegen die Japaner der Wiederaufstieg. Das Turnier in Hannover sei damit vergleichbar, meinte Renz. „Es geht um die Olympischen Spiele, das Größte im Leben eines Sportlers. Da musst du hart reingehen, da gibt es kein schönes Eishockey, da geht's mit Kratzen und Beißen“, sagte der 31-Jährige. „Wir Spieler müssen den Druck auf uns selbst aufbauen“, verlangte der Berliner Sven Felski.

Für das 34 Jahre alte Eisbären-Urgestein gibt es keine leichten Gegner - auch nicht die Japaner, die als 22. der Weltrangliste bereits eine Qualifikationsrunde überstehen mussten. „Wenn die mal treffen, wird es auch gefährlich“, warnte Renz vor dem Auftakt am Donnerstag (19.30 Uhr). Als härtester Rivale gelten am Samstag (15.30 Uhr/DSF) die Österreicher, die bei der WM in der Schweiz Ende April in den Kreis der 16 Top-Nationen zurückkehren.

Der 4:0-Testspielsieg am Sonntag in Wien gegen Dänemark beeindruckte auch Krupp. „Ich bin in meiner Meinung von der österreichischen Mannschaft bestärkt. Die Chancen stehen 50:50“, sagte er. Gegen WM-Absteiger Slowenien könnte es am Sonntag (17.00 Uhr/DSF) um alles gehen. Sollte die Qualifikation nicht gelingen, fehlt das deutsche Eishockey in Vancouver komplett. Die DEB-Frauen scheiterten vor drei Monaten - trotz Heimvorteils - in Bad Tölz.

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