DEB-Team noch mit kleinen Personalsorgen

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Deutsche Presse-Agentur

Großer Druck, dazu kleine Personalsorgen: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bangt vor den wichtigsten Spielen des Jahres um einige angeschlagene Kräfte.

Bundestrainer Uwe Krupp sprach vor dem Auftakt der entscheidenden Olympia-Qualifikation in Hannover gegen Japan von zwei, drei Akteuren, nannte aber keine Namen. „Ich will keine Mickey-Maus- Spielchen spielen, aber im Moment kann ich das noch nicht sagen“, meinte Krupp zum endgültigen Kader. Zwei Akteure muss er noch kurzfristig streichen, der zuletzt durch eine Grippe geschwächte Mannheimer Stürmer Michael Hackert soll aber unbedingt auflaufen.

Weitere Gegner sind die als stärkster Kontrahent eingeschätzten Österreicher und WM-Absteiger Slowenien. Nur der Turniersieger ist 2010 in Vancouver dabei. „Wir sind auch darauf eingestellt, scheitern zu können“, sagte Sportdirektor Franz Reindl vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) und bezifferte die Chancen auf 50:50. Der Druck sei für alle gleich groß. Krupp hatte dies im Vorfeld drastischer ausgedrückt: „Das Wasser wird uns allen bis zum Hals stehen.“ Die Mannschaft weiß, unter welchem Druck sie steht, betonte Kapitän Andreas Renz. Der Routinier erwartet „dreimal einen Kampf auf Biegen und Brechen“.

Weil der Weltranglisten-Zehnte Deutschland nach der WM im vorigen Jahr nicht zu den ersten Neun gehörte, muss die DEB-Auswahl sich nun - wie schon für die Winterspiele 1998 und 2002 - erst qualifizieren. 2006 in Turin war die Mannschaft noch automatisch dabei. In Vancouver würde sie in der Vorrunde auf Olympiasieger Schweden, den Olympia- Zweiten Finnland und Weißrussland treffen und die heimischen Fans auf die drei Monate später beginnende Heim-WM einstimmen.

Auftaktgegner Japan ist als 22. der Weltrangliste zwar am niedrigsten eingestuft, doch Krupps Mannschaft ist gewarnt. Gegen die laufstarken Asiaten gelang im bislang letzten Vergleich beim Deutschland-Cup im November 2006 nur mit viel Glück ein 5:4-Erfolg. Der aus dem vorläufigen Kader gestrichene Ex-Kapitän Daniel Kreutzer rettete damals mit zwei Toren erst in der vorletzten Minute den Sieg. Die Entscheidung, auf den Düsseldorfer zu verzichten, nannte Krupp am Mittwoch einen „absoluten Härtefall“, doch Kreutzer habe aus gesundheitlichen Gründen zuletzt viele Auswahl-Maßnahmen verpasst.

Gegen Österreich, das nach zwei WM-Abstiegen international 2009 wieder erstklassig ist, gelang in den vergangenen fünf Vergleichen nur ein Erfolg. Die Nachbarn, die das Turnier gegen Slowenien eröffnen, kommen nach neun gewonnenen Länderspielen mit breiter Brust. „Mit dem Heimvorteil im Rücken ist Deutschland natürlich Favorit. Aber wir fahren nach Hannover, um zu gewinnen“, hatte Teamchef Lars Bergström schon vor der Ankunft betont.

Die Slowenen waren sogar schon einmal deutscher Kontrahent in einer Olympia-Qualifikation. 2000 gelang in Ljubljana gegen die Gastgeber ein 5:2. Aber es gibt auch schlechte Erinnerungen: 2005 bei der WM in Österreich stieg die DEB-Auswahl trotz eines 9:1 über die Slowenen ab, die am Ende auch Nachbar Österreich scheitern ließen. Verloren haben die Deutschen gegen den WM-Absteiger aber noch nie.

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