DEB-Team gerät nach Niederlage gegen Finnen unter Druck

Deutsche Presse-Agentur
Von Kristina Puck

Deutschlands anfangs famos erfolgreiches Eishockey-Nationalteam muss bei dieser Weltmeisterschaft voller Überraschungen zunehmend um das Viertelfinale zittern. Mit dem knappen 1:2 (0:1, 1:0, 0:1) am Samstagabend in Riga gegen Titelverteidiger Finnland und der zweiten Vorrundenniederlage nacheinander gerät die Auswahl stärker unter Druck.

Gegen das Heimatland von Bundestrainer Toni Söderholm zeigte Deutschland zwar eine starke Willensleistung, es droht jetzt aber ein Vorrunden-Endspiel im abschließenden Gruppen-Duell am Dienstag mit Gastgeber Lettland um den Einzug in die K.o.-Runde. Am Montag will Deutschland voraussichtlich erstmals mit dem nachgereisten NHL-Stürmer Dominik Kahun zuvor gegen die Auswahl der USA bestehen.

DEB-Team rutscht nach Niederlage auf Platz vier ab

„Ich denke wir haben trotz der Niederlage ein gutes Spiel gemacht. Ich denke, dass wir uns einen Punkt verdient hätten“, sagte Verteidiger Leon Gawanke bei Sport1 und kündigte an: „Wir wissen, die USA ist ein starker Gegner. Aber wir haben gezeigt, dass wir starke Gegner mit Leidenschaft schlagen können.“ In der Tabelle der Gruppe B rutschte der WM-Sechste von 2019 vorerst hinter die zuvor siegreichen USA und Kasachen auf Platz vier ab, der gerade noch zum Einzug in die K.o.-Runde reichen würde. Nur ein Punkt liegen die Deutschen vor den Letten auf Rang fünf.

Ohne Top-Talent Lukas Reichel und mit einer erstmals im Turnierverlauf veränderten Aufstellung konnten die Deutschen die finnischen Gegentreffer von Anton Lundell (7. Minute) und Arttu Ruotsalainen (52.) nicht verhindern. Das Tor des langjährigen NHL-Verteidigers Korbinian Holzer (28.) genügte nicht für den erneuten Coup - und auch nicht für einen so wichtigen Punkt. Bei der zuvor letzten WM 2019, als sich die Finnen später zum Champion kürten, und 2018 hatte Deutschland überraschend gewonnen. Diesmal war der dreimalige Weltmeister zu stark.

Nach zwei Tagen Pause lieferte sich die Söderholm-Truppe mit dem Weltmeister ein schnelles und bis zum Schluss spannendes Spiel, in dem Berlins Torhüter Mathias Niederberger früh chancenlos war. Als sich Top-Verteidiger Moritz Seider die erste Strafzeit der Partie einhandelte, brauchten die Finnen nur acht Sekunden, um die Überzahl in eine Führung umzumünzen. Der Champion von 2019 hatte den besseren Start und war das gefährlichere Team. „Das Tempo ist schon vier Klassen schneller als normal“, sagte WM-Debütant Andreas Eder bei Sport1 in der ersten Pause.

Söderholm bringt drei WM-Neulinge

Der 25-Jährige von den Straubing Tigers kam wie die weiteren WM-Neulinge Daniel Fischbuch und John-Jason Peterka erstmals bei diesem Turnier zum Einsatz. Söderholm hatte Wechsel angedeutet, um frischen Wind ins deutsche Spiel zu bringen, und beließ es nicht bei einer Veränderung aufgrund des Ausfalls von Reichel. Der 19 Jahre alte Stürmer musste nach dem Check gegen seinen Kopf vom 2:3 gegen Kasachstan ersetzt werden. Erstmals agierte Deutschland mit 13 anstelle von 12 Stürmern und mit sieben statt acht Verteidigern.

Die Finnen hatten mehr vom Spiel, der Außenseiter kam kaum zu Torabschlüssen. Die Söderholm-Truppe kämpfte aufopferungsvoll - der Ausgleich von Routinier Holzer fiel dann allerdings überraschend: Beim Schuss seines Verteidiger-Kollegen Holzer irritierte Kapitän Moritz Müller den finnischen Torhüter Jussi Olkinuora. „Dank Mo ist die Scheibe reingegangen“, gab Holzer zu und forderte: „Wir müssen schauen, dass wir ruhig mit Geduld hinten rausspielen. Wir müssen schnell vom Kopf sein und schnell auf den Beinen.“

Das Remis vor dem Schlussdrittel ließ den deutschen Cracks alle Möglichkeiten. Anders als zu Beginn überstanden sie das zweite Unterzahlspiel im Schlussabschnitt ohne Gegentreffer, waren dann aber bei einem schnellen Gegenangriff geschlagen. Vor dem 1:2 hatten die Deutschen eigene zwei Minuten in Überzahl nicht genutzt.

© dpa-infocom, dpa:210529-99-789871/6

Deutscher WM-Spielplan

Deutsches WM-Aufgebot

Gesamter Spielplan als PDF

Turnier-Regeln

Weltrangliste

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

 Freizügiger Protest: Die Klimaaktivistinnen kritisieren nicht nur den Regionalplan als klimaschädlich, sondern auch den geringe

Mit Video: Klimaaktivistinnen ziehen in Horgenzell fast blank. Darum haben sie das gemacht

Demonstranten haben sich am Mittwochnachmittag vor der Mehrzweckhalle in Horgenzell versammelt und gegen die Fortschreibung des Regionalplans Bodensee-Oberschwaben protestiert.

Ein großes Aufgebot von Sicherheitskräften und Polizei war bereits vor Beginn der Sitzung des Planungsausschusses des Regionalverbands im Einsatz und umgab das Gelände der Mehrzweckhalle in Horgenzell. Dort hatten sich Schätzungen der Polizei zufolge rund 30 Demonstranten eingefunden.

Hochzeit im Trachtenlook: Flaminia von Hohenzollern heiratet Károly Stipsicz de Ternova 2020 standesamtlich in St. Anton.

Hohenzollern-Prinzessin Flaminia heiratet in Sigmaringen

Mit einem Jahr Verspätung sollen für Flaminia von Hohenzollern und ihren Mann Károly Stipsicz de Ternova die Hochzeitsglocken läuten: Die kirchliche Trauung ist für den Samstag, 26. Juni, geplant.

Nach der standesamtlichen Hochzeit vergangenes Jahr im österreichischen Skiort St. Anton hat das Paar die Sigmaringer Stadtkirche St. Johann für die kirchliche Hochzeit ausgewählt.

Seit Jahrzehnten hat es in Sigmaringen keine Adelshochzeit mehr gegeben: Fürst Karl Friedrich heiratete seine erste Frau 1985 in der Beuroner ...

Mehrere Einsatzfahrzeuge der Polizei und ein Krankenwagen stehen in der Ravensburger Marktstraße.

Das steckt hinter dem Polizeieinsatz in der Ravensburger Marktstraße

Ein Polizeieinsatz am Freitagabend hat in Ravensburg für Aufsehen gesorgt. In Sozialen Netzwerken wurde am Wochenende bereits über die Ursache spekuliert. Auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“ erklärt Polizeisprecherin Daniela Baier die Hintergründe des Einsatzes mit mehreren Einsatzfahrzeugen.

Die Polizei habe Hinweise auf die Selbstgefährdung einer Person in einer Wohnung erhalten und sei daraufhin zur Überprüfung ausgerückt – „aus Sicherungsgründen mit einem größeren Aufgebot“, so Baier.

Mehr Themen